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Hoffen auf Kälte

Der warme Herbst zeigt nun seine Auswirkungen auf vielen Pisten. Die ersten Skigebiete von Obertauern bis Stuhleck sind zwar bereits in die Saison gestartet, doch ein großer Teil muss die für das Wochenende geplanten Skiopenings erneut absagen und zumindest um eine weitere Woche verschieben.

Denn für Kunstschnee sind die Temperaturen bisher zu hoch. Auch in den kommenden Tagen werden, wenn es überhaupt schneit, nur geringe Schneemengen erwartet. Immerhin soll es kälter werden, und Schneekanonen können in Betrieb genommen werden. Ab minus drei Grad können die Pisten beschneit werden.

Darauf setzen auch die niederösterreichischen Skigebiete Hochkar und Lackenhof. Ab Samstag soll es kälter werden, dann beginne der „Dauereinsatz“ für alle Helfer, so der Geschäftsführer der Ötscher-Lifte, Andreas Buder. Diese sollen eine Schneedecke für den um eine Woche verspäteten Saisonstart Mitte Dezember sichern.

Konzerte statt Skifahren

Bei der Vorarlberger Silvretta Montafon steht man ebenfalls in den Startlöchern für den Einsatz der Schneekanonen, um so bald wie möglich die Saison beginnen zu können. Beschneit werde „auf Teufel komm raus“, sagte Geschäftsführer Peter Marco. Der geplante Saisonstart am Samstag wird aber sicher nicht eingehalten werden können - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Luftbild von Partscherkofel

Reuters/Dominic Ebenbichler

Von Skifahren auf dem Tiroler Patscherkofel ist derzeit keine Rede

Auch auf dem Arlberg ist von Skifahren derzeit keine Rede. Der Lecher Tourismusdirektor Hermann Fercher unterscheidet daher zwischen dem Start der Wintersaison und dem Beginn des Skibetriebs. Schließlich könne Lech auch mit Konzerten und Adventmärkten punkten. Aber auch Fercher hofft auf den erwarteten Kälteeinbruch.

Großglockner-Schnee für Weltcup

Grasgrün ist es derzeit auch im Tiroler Hochfilzen, wo am Freitag kommender Woche der Biathlon-Weltcup starten soll. 4.000 Kubikmeter Schnee vom Großglockner sollen den Wettbewerb noch retten. Zusätzlich hofft man auf Beschneiung durch die tieferen Temperaturen, im eigenen Depot befinden sich zudem noch 3.000 Kubikmeter Schnee. Damit wird nun mit der Präparierung der 2,5 Kilometer langen Langlaufstrecke begonnen.

Kein Saisonstart in Oberösterreich

In Oberösterreich müssen alle Skigebiete den für das kommende Wochenende geplanten Saisonstart verschieben. „Bitte warten“ heißt es auch in der Steiermark. Bis auf die Reiteralm bleiben die Lifte geschlossen. Auf der Planai wird teilweise der Liftbetrieb Sonntagmittag starten - mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Je weniger Schnee liegt, desto mehr an Alternativprogramm müssen sich Touristiker für ihre Gäste überlegen. In der steirischen Region Murau-Kreischberg etwa versucht man für das verlängerte Wochenende ein Ersatzprogramm auf die Beine zu stellen - mit Adventspielen, Tandem-Paragleiten, Bogenschießen und Design und Handwerk aus der Region. Auch in Kärnten ist es für eine Beschneiung noch zu warm. Derzeit starten nur der Mölltaler Gletscher und Heiligenblut in die Skisaison - mehr dazu in kaernten.ORF.at.

Obertauern mit Programm für Wanderer

Im Salzburger Skigebiet Obertauern, das bisher als schneesicher galt, konnte man die Saison vergangenes Wochenende starten, allerdings nur für Wanderer. Brauchbare Pistenverhältnisse könnten nur mit entsprechender Beschneiung garantiert werden. Die Liftbetreiber fordern eine Erweiterung der Speicherteiche, da das Wasser für die Schneekanonen knapp werde.

Die Politik gibt sich dazu aber skeptisch. „Ich glaube, wir sind in Obertauern an gewissen Grenzen angelangt, was noch verträglich ist - für die Natur und vor allem auch für die höchstwertigen Schutzgebiete, die dort ausgewiesen sind“, betonte die Salzburger Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler (Grüne) - mehr dazu in salzburg.ORF.at. Der Schneemangel trifft auch einige Hoteliers - aufgrund der Buchungslage müssten die Banken Geld vorstrecken, wie es vonseiten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) heißt - mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Aufregung über „Bild“-Artikel

In Tirol verweist man zwar auf die gute Schneelage auf den Gletschern und in höher gelegenen Skigebieten wie Ischgl und Obergurgl. Dennoch herrscht große Nervosität in der Tourismusbranche wegen der kargen Schneelage. Umso mehr verursachte ein Artikel in der deutschen „Bild“ am Sonntag über Schneemangel in Tirol mit dem Titel „Hoffentlich haben Sie noch keinen Skiurlaub gebucht“ große Aufregung unter Liftbetreibern und bei der Tiroler Wirtschaftskammer - mehr dazu in tirol.ORF.at.

Am Mittwoch zeigte „Bild“ (Onlineausgabe) dann tatsächlich „23 Skigebiete, in denen die Pisten weiß sind“ - in Österreich, Italien und der Schweiz. Ob das auf Druck aus Tirol geschah oder nur als zusätzliche Information für begeisterte deutsche Skifahrer, bleibt offen.

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