De Maiziere: Zahl der IS-Kämpfer aus Europa nimmt zu

Die Zahl der Dschihadisten, die aus Europa in den Irak und nach Syrien reisen, steigt laut dem deutschen Innenminister Thomas de Maiziere weiter. Obwohl die Brutalität der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zunehme, wachse auch die Zahl derer, „die sich davon angezogen fühlen in ganz Europa“, sagte de Maiziere vor dem EU-Innenministerrat heute in Brüssel.

Aus Deutschland gebe es mittlerweile 550 bekannte Fälle, in Europa seien es „vielleicht 3.000“. Es laufe ein „tiefgreifender Prozess von Radikalisierung“ ab, „der uns schon Sorgen machen muss“, sagte de Maiziere.

In Österreich sind nach Angaben des Innenministeriums bisher rund 160 mutmaßliche Dschihadisten aus Österreich nach Syrien oder in den Irak gereist oder auf dem Weg dorthin gestoppt worden.

Beratungen über gemeinsames Vorgehen

Die EU-Innenminister stimmen heute ihr Vorgehen gegen die Dschihad-Reisenden aus Europa ab. Bei dem Treffen, an dem auch der EU-Terrorbeauftragte Gilles de Kerchove teilnimmt, geht es um einen verbesserten Informationsaustausch über die Kämpfer, deren strafrechtliche Verfolgung sowie den Umgang mit Rückkehrern.

Zum Thema Flüchtlinge hatte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) bereits gestern im Europaparlament für ihren Vorschlag eines fairen Asylquotensystems für die EU-Staaten geworben. Bei einer Umsetzung von solch fairen und verbindlichen Quoten auf die einzelnen Länder wäre es auch möglich, am Ende des Weges auf die Dublin-Verordnung „ganz zu verzichten“, sagte Mikl-Leitner.