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Mehr Aufmerksamkeit für Positives

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat im Umgang mit der wachsenden Zahl von Flüchtlingen in Deutschland vor Angstkampagnen und Einschüchterung gewarnt. „Wir brauchen ermutigende Beispiele gegenüber einer Kultur der Angstmache“, sagte Gauck am Freitag beim Besuch eines Flüchtlingshilfevereins in Magdeburg.

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Positive Botschaften sollten mehr Aufmerksamkeit bekommen als fremdenfeindliche Bewegungen wie PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes), so Gauck. Er sagte, man müsse genau hinsehen, wer im Rahmen von PEGIDA auf die Straße gehe: Fanatiker und Leute, die sich mitreißen ließen. Deutschland habe in der Vergangenheit selbst erlebt, wie wichtig es sei, dass Menschen andere aufnehmen.

Deutscher Präsident ortet Handlungsbedarf

„Wir brauchen natürlich auch eine Debatte darüber: Wie viele Menschen kann dieses Land aufnehmen, wie werden die Flüchtlinge gerecht aufgeteilt in verschiedenen Ländern Europas?“ Es sei eine Menge Handlungsbedarf da, sagte Gauck. Aber es gebe keine erkennbare Abschottungsstrategie.

Der Bundespräsident und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt sprachen mit jungen Flüchtlingen etwa aus Syrien, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind. In Sachsen-Anhalt übernimmt der Verein Refugium die Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Der Verein arbeitet mit einem hauptamtlichen und etwa 15 ehrenamtlichen Mitarbeitern und betreut 38 junge Menschen.

„Werden uns keine Angst einjagen lassen“

Zum mutmaßlichen Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkünfte in Bayern sagte Gauck: „Wir können nur mit aller Entschlossenheit der anständigen Menschen reagieren“, sagte er. „Wir werden uns nicht von Brandstiftern jeder Couleur in Angststrategien jagen lassen, sondern es wir unsere Entschlossenheit fördern, eine Politik zu gestalten, die auf unseren humanen Werten beruht.“

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