Mayonnaise-Krieg: Unilever gibt klein bei

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Der Mayonnaise-Krieg ist einseitig beilegt: Der Lebensmittelriese Unilever hat seine Klage gegen das US-Start-up Hampton Creek und dessen eifreies Produkt „Just Mayo“ zurückgezogen.

Unilever hatte dem Unternehmen vorgeworfen, Konsumenten mit dem Produktnamen „Just Mayo“ in die Irre zu führen, da es keine Eier enthält, sondern auf veganer Basis (gelbe Erbsen) hergestellt wird.

Angst vor Silicon Valley?

Die Klage wurde laut „Financial Times“ an dem Tag zurückgezogen, an dem Hampton Creek 90 Millionen Dollar Kapital bei prominenten Investoren aus dem Silicon Valley und Asien einsammelte. Damit will das Start-up eine internationale Expansion und die Entwicklung neuer Produkte finanzieren.

Zu den neuen Investoren gehört unter anderen der Facebook-Mitbegründer Eduardo Saverin. Zuvor beteiligte sich unter anderen bereits Microsoft-Gründer Bill Gates an Hampton Creek. Das Unternehmen ist eine von mittlerweile mehreren Silicon-Valley-Firmen, die die Lebensmittelproduktion auf neue Beine stellen wollen. So versucht etwa Impossible Foods Burger ohne Fleisch und Käse ohne Milch zu entwickeln.

„Teilen eine Vision“

Unilever hatte in seiner im November eingereichten Klage behauptet, Hampton Creek schade dem globalen Lebensmittelriesen und dessen Mayonnaise-Marke Hellman’s durch falsche Behauptungen in seiner Werbekampagne. Mayonnaise müsse laut US-Lebensmittelkennzeichnungsregeln Eier enthalte, so Unilever.

Nun erklärte Unilever, dass es seine Vorwürfe nicht zurückziehe, die Angelegenheit aber nicht länger gerichtlich verfolgen werde. „Unilever hat entschieden, seine Klage zurückzuziehen, damit Hampton Creek seine Marke direkt mit Industrievertretern und den zuständigen Zulassungsbehörden verhandeln kann“, so Unilever in einer Mitteilung. Beide Unternehmen würden die „Vision ... einer nachhaltigeren Welt teilen“.

Hampton Creeks missionarischer Anspruch

Hampton Creek freute sich erwartungsgemäß über den Erfolg und beanspruchte in einer Stellungnahme für sich nicht weniger als die Rolle eines Vorkämpfers für eine bessere Welt: „Hampton Creek wurde gegründet, um unsere Augen für die Probleme der Welt zu öffnen. Dieser Augenblick (die Unilever-Entscheidung, Anm.) hat das nur bestätigt“, so der Gründer und Geschäftsführer Josh Tetrick.