Referendum: Ermittlungen gegen katalanischen Premier

Die spanische Justiz ermittelt gegen den Regierungschef von Katalonien, Artur Mas, wegen der jüngsten Volksbefragung zur Unabhängigkeit der Region. Der oberste katalanische Gerichtshof entschied heute in Barcelona, die Klagegesuche der Staatsanwaltschaft und mehrerer Organisationen zuzulassen.

Die Ermittlungen richten sich gegen Mas, dessen Stellvertreterin Joana Ortega und die katalanische Bildungsministerin Irene Rigau. Ihnen werden Unterschlagung öffentlicher Gelder, Ungehorsam, Rechtsbeugung und Amtsanmaßung zur Last gelegt.

Nach einem Veto des spanischen Verfassungsgerichts gegen ein in Katalonien geplantes Unabhängigkeitsreferendum hatte die Regierung der Region im Nordosten Spaniens eine unverbindliche Befragung anberaumt. Diese wurde ebenfalls gerichtlich verboten, fand aber trotzdem am 9. November statt.

Zwei Millionen Menschen - mehr als ein Drittel der stimmberechtigten Katalanen - nahmen teil. Gut 80 Prozent sprachen sich dabei für eine Abspaltung der Region von Spanien aus.