Jazzvirtuose Buddy DeFranco gestorben

Ausnahmeklarinettist Buddy DeFranco ist tot. Der vielfach geehrte Jazzveteran starb 91-jährig am Mittwoch nach langer Krankheit in einem Spital in Florida, wie seine Familie in der Nacht auf gestern mitteilte. DeFranco galt als der Erbe und Erneuerer der Jazzklarinette nach den Swingmusikern Benny Goodmann und Artie Shaw.

Es war DeFrancos Verdienst, die Klarinette auch nach dem Ende der Swingära als relevante Stimme des modernen Jazz zu etablieren. Er war zudem einer der letzten lebenden Zeitzeugen der goldenen Ära des Jazz. Langjährige Zusammenarbeit verband ihn etwa mit Künstlern wie Billie Holiday, Ella Fitzgerald und Frank Sinatra.

DeFranco, dessen Popularität unter dem hausbackenen Image seines Instruments im Jazz litt, bemühte sich aber stets neu um lebendigen künstlerischen Ausdruck - dokumentiert etwa durch progressive Aufnahmen mit dem Vibraphonisten Terry Gibbs bis in die 90er.

Anlässlich einer nationalen Ehrung in den USA im Jahr 2007 lehnte er die Bezeichnung „Genie“ für sich selbst kategorisch ab: Dieser Begriff passe auf Musiker wie Art Tatum und Charlie Parker. Er selbst liege „ein wenig drunter“ und wolle nur als jemand in Erinnerung behalten werden, der „auf seine Art auf seinem Instrument etwas anders gemacht“ habe als andere.