Vom Koran-Verbrenner zum Pommesstandbetreiber

Jener US-Pastor, der 2010 mit seiner Ankündigung, Koran-Ausgaben zu verbrennen, weltweite Entrüstung auslöste, hat mittlerweile sein Metier gewechselt, wie die „Washington Post“ herausfand: Terry Jones, der einer christlichen Splittergruppe angehörte, betreibt demnach seit kurzem einen Pommesstand in einem schlecht gehenden Einkaufszentrum in Florida.

Der 63-Jährige ist die Nummer zwei auf einer Abschussliste der mit Al-Kaida verbündeten islamistischen Gruppe Jammat-ud-Dawa und erhielt in den letzten Jahren Hunderte Morddrohungen. Zusammen mit seinem früheren Vizepastor Wayne Sapp steht Jones nun hinter der Theke und verkauft „Gourmet Fries“. Und Jones zog Besucher an, die vor allem aus Neugierde kamen.

„Koran zu verbrennen ist nicht radikal“

Seine Ansichten änderte Jones auch nach dem Bruch mit seiner Kirchengemeinde keineswegs. „Den Koran zu verbrennen ist nicht radikal“, so der 63-Jährige, der sich nach den Morddrohungen eine Waffe zulegte, gegenüber der „Washington Post“. „Ich verstehe, wenn jemand mit dem sogenannten Verbrennen heiliger Bücher nicht einverstanden ist. Aber ich kann nicht verstehen, wie man mit der Scharia einverstanden sein kann. Mennoniten gehen ja auch nicht einfach herum und köpfen Menschen.“

Während er Chilisauce auf Hühnerflügel spritzt, erinnert sich auch Sapp gegenüber der „Washington Post“: Nach der riesigen Aufregung hätten Jones und er zueinander gesagt: „Komm, das machen wir noch einmal!“

Kein Problem mit Bibel-Verbrennung

Jones, der laut dem Bericht selbst organische Lebensmittel und Wasser bevorzugt und sich mit täglich 100 Sit-ups fit hält, hätte eigenen Aussagen zufolge kein Problem mit dem Verbrennen von Bibeln. „Die Bibel ist das Wort Gottes, aber es ist ein Buch. Ich kann mir jederzeit eine neue besorgen.“ Mittlerweile frittiert Jones keine Pommes mehr: Der Manager des Einkaufszentrums bat den Ex-Pastor laut dem Bericht, zumindest für einige Zeit nicht mehr dort tätig zu sein.