Hat „Sicherheitsnetz“ bei Franken-Krediten versagt?

Die Sicherheitsnetze zur Absicherung von Fremdwährungskrediten in Form von Limitaufträgen haben laut dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) bei der jüngsten Freigabe des Franken-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) nicht einwandfrei funktioniert. Geschädigte Kreditnehmer hätten nach Ansicht der Konsumentenschützer potenziell Ansprüche gegenüber ihrer Bank.

Stop-Loss-Orders bzw. Limitaufträge sollten das Wechselkursrisiko eines Fremdwährungskredites begrenzen. Verändert sich der Kurs einer Fremdwährung über eine bestimmte vereinbarte Grenze hinaus, sollte der Fremdwährungskredit automatisch in Euro konvertiert werden. Damit sollten Verluste durch weitere Kursverschlechterungen vermieden werden.

Orders zu spät ausgelöst?

Bei der jüngsten Freigabe des Franken-Wechselkurses, der innerhalb kürzester Zeit zu einer starken Aufwertung des Franken führte, haben diese Instrumente offensichtlich nicht zu dem von den Betroffenen gewünschten Ergebnissen geführt.

Viele Kreditnehmer versuchten ihre Darlehen mit einer Stop-Loss-Order knapp unter dem SNB-Mindestkurs von 1,20 abzusichern, die Orders wurden aber zu weit tieferen Kursen - bei 1,00 oder sogar darunter - ausgeführt und der realisierte Verlust dadurch deutlich erhöht. Oft sei dadurch ein Schaden in deutlich fünfstelliger Höhe eingetreten, so die Konsumentenschützer.

Im Schnitt um 33.000 Euro teurer

Die überraschende Aufwertung des Franken hat für Tausende äußerst unangenehme Folgen: Rund 6.000 Haushalte, die einen Franken-Kredit laufen haben, müssen durchschnittlich 33.000 Euro mehr zurückzahlen. Das rechnete die Finanzmarktaufsicht (FMA) gestern vor und kritisierte gleichzeitig die großzügige Vergabe von Fremdwährungskrediten an Private.

Für die Banken sei das „kein Ruhmesblatt“. Die Warnungen seien ignoriert worden, so die FMA. Franken-Kreditbesitzer sollten sich nun rasch mit ihrer Bank in Verbindung setzen, um eine Lösung zu finden.

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