Themenüberblick

Tumulte rund um das MuseumsQuartier

Die ersten Demonstrationen gegen den von der FPÖ organisierten Akademikerball, ehemals Ball des Wiener Korporationsrings (WKR), am Freitag in der Hofburg haben bereits begonnen. Noch vor Beginn der Proteste gab es bereits die ersten Festnahmen - allerdings außerhalb der Stadt bei anreisenden Demonstranten.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Bei Buskontrollen wurde auf der Ostautobahn (A4) ein tschechischer Reisebus kontrolliert. Aufgrund „schwerer Bewaffnung“ mit Schlagringen, Messern und pyrotechnischen Gegenständen wurden sechs Tschechen vorläufig verhaftet, bestätigte der Sprecher der Wiener Polizei, Hans Golob - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

In einem Bus aus München seien „Pyrotechnik und Sturmhauben“ gefunden worden. Dieser ist laut Polizei an der Stadtgrenze gestoppt und zurückgeschickt worden. Nach Angaben des Bündnisses NOWKR sind auch Busse aus Innsbruck und Linz kontrolliert worden. Sie kritisierten gegenüber der APA eine „neue Qualität der Einschüchterung“.

Demonstranten bei Akademikerball-Demo

ORF.at/Roland Winkler

Die Demonstration der „Offensive gegen Rechts“ startete beim Schottentor

Wenig später gab die Polizei über Twitter bekannt, dass es in der Nähe der Mariahilfer Straße zu einer vorläufigen Festnahme gekommen sei, die dem rechten Bereich zuzuordnen sei. Die Person soll eine verbotene Waffe bei sich getragen haben. In der Wiener Innenstadt waren schon zuvor vorsorglich Mistkübel abmontiert worden, einige Geschäfte hatten früher zugesperrt und ihre Auslagen gesichert. Bis zum frühen Abend gab es laut Polizei über 100 Identitätsfeststellungen.

Proteste anfangs friedlich

Bisher verlaufen die Proteste weitgehend friedlich, wenn auch laut. Die Demonstration der „Offensive gegen Rechts“ zog vom Schottentor Richtung Innere Stadt. Die Abschlusskundgebung auf dem Stephansplatz ist mittlerweile beendet. Die Demonstranten zogen daraufhin zu mehreren, teils ebenfalls als Kundgebung angemeldeten, „Blockadepunkten“ in der Innenstadt. Vorübergehend blieben die U-Bahnen nicht in der Station Stephansplatz stehen. Bei der Kundgebung der „Offensive gegen Rechts“ nahmen laut Polizei rund 5.000 Demonstranten teil, die Veranstalter gehen von 9.000 aus.

Polizei

ORF.at/Roland Winkler

Die Polizei ist mit 2.500 Mann im Einsatz

Sie zogen mit Transparenten wie „FPÖ-Akademikerball blockieren“ durch die Stadt. Die Organisatoren wollten nicht nur gegen den von der FPÖ organisierten Ball demonstrieren, sondern auch gegen „andere gesellschaftliche Probleme“ wie die für Montag angekündigte islamfeindliche PEGIDA-Demonstration. Während die ersten Ballbesucher schon in der Hofburg sind, findet zugleich auf dem Heldenplatz die Veranstaltung „Jetzt Zeichen setzen“, begleitet von Konzerten und Vorträgen, statt.

FPÖ-Plakate in Sperrzone

In der Sperrzone auf dem Heldenplatz wurden FPÖ-Plakate mit der Aufschrift „Meinungsfreiheit ist unantastbar und unteilbar“ entdeckt. Die Polizei gab über Twitter bekannt, dass diese von Ballbesuchern seien. Die Plakate seien entfernt worden. Diese Ballbesucher hätten die „Berechtigung missbraucht“, so die Polizei via Twitter. Denn eigentlich waren im Vorfeld vier angemeldete Standkundgebungen der FPÖ in der Sperrzone verboten worden. Die FPÖ teilte aber in einer Aussendung mit, dass die Kundgebung genehmigt gewesen sei.

Demonstranten bei Akademikerball-Demo

ORF.at/Roland Winkler

Sitzstreik von Demonstranten bei der Albertina

2er-Linie blockiert

Im Vorfeld verboten wurden auch zwei Kundgebungen von NOWKR, eine davon sollte im Resselpark stattfinden. Dort war zunächst besonders starke Polizeipräsenz zu sehen. Die Polizei wies erneut auf das Verbot der Versammlung an diesem Platz hin und forderte auf, sich anderen Kundgebungen anzuschließen. Wie die ZIB berichtete, versuchten dennoch einige NOWKR-Sympathisanten, sich Freitagnachmittag beim Resselpark zu versammeln. Sechs Menschen wurden daraufhin vorläufig festgenommen.

Polizei

ORF.at/Roland Winkler

Beim Volksgarten gab es gröbere Zwischenfälle

Bei der Albertina gab es einen kurzfristigen Sitzstreik von Demonstranten - begleitet von einem Großaufgebot von Polizisten. Auch in der Bankgasse kam es zu einer Sitzblockade. Zu größeren Tumulten kam es zwischen Volksgarten und MuseumsQuartier. Einige Vermummte waren zu sehen. Die Polizei war mit einer Hundestaffel an Ort und Stelle. Hunderte Demonstranten blockierten die 2er-Straßenbahnlinie. Teilweise wurden Taxis mit Ballgästen etwa beim Volksgarten aufgehalten.

Strache: Ball „absolut legitim“

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, selbst Ballbesucher, bezeichnete die Veranstaltung in der Hofburg als „absolut legitim“. Es gehe um die Meinungsfreiheit, um die Versammlungsfreiheit, „das steht jeder politischen, demokratischen Kraft in diesem Land auch zu“, so Strache.

Links: