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Taxis an Weiterfahrt gehindert

Die gegen den rechten Akademikerball in der Hofburg organisierten Demonstrationen sind am Freitag friedlich verlaufen. Ab 20.00 Uhr begann die Situation zwischen Volksgarten und MuseumsQuartier aber zu eskalieren. Es kam zu Tumulten. Hunderte Demonstranten blockierten die 2er-Linie. Die Polizei war mit einem Großaufgebot und auch einer Hundestaffel an Ort und Stelle.

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Ein Polizist wurde verletzt. Er erlitt offenbar durch einen explodierten Böller ein Knalltrauma und wurde in einem Krankenwagen abtransportiert. Zwei weitere Personen sollen Verletzungen erlitten haben. Sie wurden beim MuseumsQuartier von Rettungskräften versorgt. Es gab mehrere Blockadeaktionen und laut Polizei 38 Festnahmen - mehr dazu in oesterreich.ORF.at. Polizisten wurden mit Böllern beworfen.

Mehrfach wurden Mitglieder des Schwarzen Blocks, vermummte, meist in Schwarz gekleidete Demonstranten, eingekesselt. Die Stimmung war aufgeheizt. Immer wieder wurden Identitätsfeststellungen von der Polizei gemacht. Im Bereich des Volkstheaters wurden mehrere Taxis von Demonstranten am Weiterfahren Richtung Hofburg gehindert. Die Situation wurde aber nach rund einer Stunde entschärft, der Platz leerte sich.

Polizei

ORF.at/Roland Winkler

Beim Volksgarten gab es gröbere Zwischenfälle

NOWKR nicht offensichtlich aufgetreten

Nach Angaben der Polizei versuchten teils vermummte Demonstranten, an mehreren Stellen kleinere Barrikaden zu errichten. Bei der Räumung dieser Blockaden gab es mehrere vorläufige Festnahmen. Kleinere Sachbeschädigungen wie herausgerissene Mistkübel wurden ebenfalls gemeldet. Zu einem offensichtlichen Auftreten der Plattform NOWKR, deren Demonstration von der Polizei untersagt worden war, kam es nicht.

Akademikerball-Demo

ORF.at/Roland Winkler

Beim Heldenplatz waren rund 2.000 Demonstranten

Friedliche Kundgebungen

Die von der „Offensive gegen Rechts“ auf dem Stephansplatz und von der Plattform „Jetzt Zeichen setzen“ auf dem Heldenplatz organisierten Kundgebungen verliefen friedlich. Auf dem Heldenplatz nahmen rund 2.000 Besucher teil, begleitet von Konzerten und Reden von Holocaust-Überlebenden. Bei der Kundgebung der „Offensive gegen Rechts“ nahmen laut Polizei rund 5.000 Demonstranten teil, die Veranstalter gehen von 9.000 aus.

Sie zogen mit Transparenten wie „FPÖ-Akademikerball blockieren“ durch die Stadt. Die Organisatoren wollten nicht nur gegen den von der FPÖ organisierten Ball demonstrieren, sondern auch gegen „andere gesellschaftliche Probleme“ wie die für Montag angekündigte Demonstration der islamfeindlichen Organisation Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (PEGIDA). Diese Kundgebungen verliefen ohne größere Zwischenfälle. Nur vereinzelt kam es zu Sitzblockaden.

Demonstranten bei Akademikerball-Demo

ORF.at/Roland Winkler

Sitzstreik von Demonstranten bei der Albertina

Wirbel um FPÖ-Plakate

In der Sperrzone auf dem Heldenplatz wurden FPÖ-Plakate mit der Aufschrift „Meinungsfreiheit ist unantastbar und unteilbar“ entdeckt. Die Polizei gab über Twitter bekannt, dass diese von Ballbesuchern seien. Die Plakate seien entfernt worden. Diese Ballbesucher hätten die „Berechtigung missbraucht“, so die Polizei via Twitter. Denn eigentlich hieß es vonseiten der Polizei im Vorfeld, dass vier angemeldete Standkundgebungen der FPÖ in der Sperrzone verboten worden.

Die FPÖ widersprach dem am Freitagabend und teilte in einer Aussendung mit, dass die Kundgebung genehmigt gewesen sei. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, selbst Ballbesucher, bezeichnete die Veranstaltung in der Hofburg als „absolut legitim“. Es gehe um die Meinungsfreiheit, um die Versammlungsfreiheit, „das steht jeder politischen, demokratischen Kraft in diesem Land auch zu“, so Strache.

Festnahmen bei Buskontrollen

Erste vorläufige Festnahmen gab es bereits vor den Protesten. Bei Buskontrollen wurde auf der Ostautobahn (A4) ein tschechischer Reisebus kontrolliert. Aufgrund „schwerer Bewaffnung“ mit Schlagringen, Messern und pyrotechnischen Gegenständen wurden sechs Tschechen vorläufig verhaftet, bestätigte der Sprecher der Wiener Polizei, Hans Golob.

In einem Bus aus München seien „Pyrotechnik und Sturmhauben“ gefunden worden. Dieser ist laut Polizei an der Stadtgrenze gestoppt und zurückgeschickt worden. Nach Angaben des Bündnisses NOWKR sind auch Busse aus Innsbruck und Linz kontrolliert worden. Sie kritisierten gegenüber der APA eine „neue Qualität der Einschüchterung“. Wenig später gab die Polizei über Twitter bekannt, dass es in der Nähe der Mariahilfer Straße zu einer vorläufigen Festnahme gekommen sei, die dem rechten Bereich zuzuordnen sei. Die Person soll eine verbotene Waffe bei sich getragen haben.

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