Ehemalige Wiener Ballettdirektorin Tschernischova gestorben

Elena Tschernischova, ehemalige Leiterin des Wiener Staatsopernballetts, ist tot. Die russische Tänzerin und Choreografin ist gestern, am Vorabend ihres 76. Geburtstags, nach schwerer Krankheit in ihrer Geburtsstadt St. Petersburg gestorben, wie die Wiener Staatsoper mitteilte. Tschernischova stand dem nunmehrigen Wiener Staatsballett von 1991 bis 1993 vor.

Am 7. Februar 1939 im damaligen Leningrad geboren, studierte Tschernischova an der dortigen Ballettakademie, ehe sie Mitglied des Kirov-Balletts und später Assistentin des russischen Choreografen Leonid Jacobson wurde. Stellen als Ballettmeisterin in Odessa sowie als Erste Ballettmeisterin des American Ballet Theatre (ABT) in New York folgten.

Gefeierte Produktionen in Wien

1991 wurde sie von Eberhard Waechter als Leiterin des Wiener Staatsopernballetts engagiert, wo sie etwa ihre Choreografien „Don Quixote“ (1992) und „Giselle oder die Wilis“ (1993) mit Brigitte Stadler als Giselle und Vladimir Malakhov als Herzog Albrecht auf die Bühne brachte.

Tschernischova war es auch, die den aufstrebenden Tänzer Malakhov im September 1992 als Ersten Solotänzer an die Staatsoper holte. Unter ihrer Leitung hatte der damals 24-Jährige im April desselben Jahres als Romeo in John Crankos Choreografie „Romeo und Julia“ am Haus debütiert.

Tschernischovas Choreografie „Giselle oder Die Wilis“ war zum 64. und bisher letzten Mal im Juni 2011 am Haus am Ring zu sehen. 2013 veröffentlichte Tschernischova ihre Autobiografie, „Dancing on Water. A Life in Ballet, from the Kirov to the ABT“.