Ungarischer Medienzar erklärt Orban „totalen Krieg“

Der bisher regierungstreue Medienzar Lajos Simicska hat Ungarns Regierungschef Viktor Orban „den totalen Krieg erklärt“. In den gestern in Medien kolportierten Äußerungen bedachte Simicska den rechtskonservativen Politiker mit wüsten Schimpfworten und warf Orban vor, er wolle die unabhängigen Medien beseitigen. Er werde nun dagegen ankämpfen.

Im Anschluss traten mehrere Chefredakteure aus dem Medienreich des Unternehmers - darunter des Senders Hir-TV, der Zeitung „Magyar Nemzet“ und Radio Lanchid - aus „Gewissensgründen“ von ihren Posten zurück. Die Rücktritte dieser „Verräter“ hätten ihn überrascht, sagte Simicska dem Internetportal Index.

Der einst eng mit Orban verbundene Unternehmer gilt als einer der reichsten Männer Ungarns. Sein Vermögen stammt in hohem Maße von der Vergabe öffentlicher Aufträge unter der seit 2010 amtierenden Fidesz-Regierung. Orban hatte mehrfach öffentlich gesagt, der Einfluss seines bisher engen Freundes sei zu groß geworden und hatte 2014 zahlreiche Vertraute Simicskas aus Regierungsposten entfernt.