Slowakei: Referendum über Homosexuellenrechte gescheitert

Ein Referendum über die Einschränkung der Rechte Homosexueller in der Slowakei ist offensichtlich an mangelnder Beteiligung gescheitert. Nach vorläufigen Auszählungsergebnissen nahmen gestern nur knapp über 20 Prozent der Stimmberechtigten an der Abstimmung teil, die von der kirchennahen und homophoben „Allianz für die Familie“ durchgesetzt worden war.

Von Ehe bis Sexualkundeunterreicht

Die Abstimmung sollte die bisher praktisch ohnehin nicht bestehenden Rechte Homosexueller per Gesetz noch zusätzlich einschränken. Unter anderem sollte ein ausdrückliches Adoptionsverbot für Homosexuelle per Gesetz dauerhaft fixiert werden, damit es nicht durch EU-Regeln umgangen werden kann.

Insgesamt wurde über drei Vorlagen abgestimmt. Von den Referendumsteilnehmern votierten 94,5 Prozent gegen die Homoehe, 92,4 Prozent gegen das Adoptionsrecht für Homosexuelle sowie 90,3 Prozent für das Recht der Eltern, ihre Kinder vom Sexualkundeunterricht abzumelden. Das Referendum wäre aber nur gültig gewesen, wenn sich mindestens 50 Prozent der Stimmberechtigten an ihm beteiligt hätten.