Australischer Premier Abbott stellt sich Misstrauensvotum

Australiens konservativer Ministerpräsident Tony Abbott stellt sich morgen einem parteiinternen Misstrauensvotum, das ihn auch seinen Regierungsposten kosten könnte. Der Vorsitzende der Liberalen Partei kündigte heute an, eine ursprünglich für Dienstag geplante Parteiversammlung um einen Tag vorzuziehen.

Es sei das Beste, sich so rasch wie möglich der Vertrauensfrage zu stellen, sagte Abbott vor Journalisten. „Das Letzte, was Australien jetzt braucht, sind Instabilität und Unsicherheit.“ Zuletzt war der konservative Regierungschef noch davon ausgegangen, dass die Revolte gegen ihn scheitert.

Großer Ärger wegen Ritterschlags

Zwei Abgeordnete hatten am Freitag angekündigt, bei der nächsten Parteiversammlung die Vertrauensfrage zu stellen. Sie wollen Abbott als Parteichef entfernen. Er würde damit auch das Amt des Regierungschefs verlieren.

Mehrere liberale Parlamentarier hatten sich bereits am Dienstag offen für den Rücktritt des Regierungschefs ausgesprochen. Abbott hatte sich zuletzt durch die Erhebung des britischen Prinzen Philip in den Ritterstand - ausgerechnet am 26. Jänner, dem australischen Nationalfeiertag - den Ärger der Opposition zugezogen.

Die australische Regierungskoalition hat inzwischen nur noch Zustimmungswerte in Höhe von 46 Prozent, die oppositionelle Labor-Partei kommt auf 54 Prozent. Abbotts Popularitätswert liegt bei nur noch 34 Prozent.