Anhörung von 9/11-Drahtzieher in Guantanamo vertagt

Ein Militärrichter im US-Gefangenenlager Guantanamo hat gestern eine Voranhörung zum Prozess gegen die mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge von 2001 ausgesetzt. Grund für die Vertagung der Anhörung auf morgen war die umstrittene Anwesenheit eines Übersetzers im Gerichtssaal.

Übersetzer an Folter beteiligt?

Der Verdächtige Ramsi Binalshibh sagte dem Richter James Pohl, er könne dem Übersetzer „nicht vertrauen“, da dieser in einem Geheimgefängnis der CIA gearbeitet habe. „Wir kennen ihn von dort.“

Die Anwältin des Verdächtigen Walid bin Attasch, Cheryl Bormann, sagte daraufhin: „Richter, wir haben dasselbe Problem.“ Ihr Mandant habe ihr eröffnet, dass einer der Anwesenden im Gerichtssaal an seiner „illegalen Folter beteiligt“ gewesen sei.

Letztlich erhoben die Anwälte von vier der fünf mutmaßlichen 9/11-Drahtzieher Einspruch gegen den Übersetzer. Der Richter vertagte daraufhin die Anhörung.

Prozessbeginn steht noch nicht fest

Der Gruppe um den mutmaßlichen Chefplaner der Terroranschläge, Chalid Scheich Mohammed, soll vor einem Sondertribunal des US-Militärs der Prozess gemacht werden. Noch laufen die Voranhörungen, ein Prozessbeginn steht noch nicht fest.

Den Männern droht die Todesstrafe. Bei den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington waren am 11. September 2001 fast 3.000 Menschen getötet worden.