Schwarzen getötet: US-Polizist plädiert auf unschuldig

Ein wegen der Tötung eines Schwarzen in New York angeklagter weißer Polizist hat gestern vor Gericht auf nicht schuldig plädiert. Wie zudem offiziell mitgeteilt wurde, werden dem jungen Beamten Peter Liang sechs Anklagepunkte zur Last gelegt, darunter fahrlässige Tötung. Bereits am Dienstag hatten US-Medien über die Anklage durch eine Geschworenenjury berichtet, ohne jedoch Details zu nennen.

Zeitung: SMS geschrieben statt Krankenwagen gerufen

Liang hatte im November den 28-jährigen Akai Gurley erschossen, als dieser zusammen mit seiner Freundin ein dunkles Treppenhaus im New Yorker Stadtteil Brooklyn hinabging, weil der Aufzug nicht fuhr. Liang zog seine Waffe und tötete Gurley mit einer Kugel, ohne dass sich der Vater einer kleinen Tochter verdächtig verhalten hätte, wie der Schütze selbst zugab.

Wie die Tageszeitung „New York Post“ berichtete, rief Liang nach den Schüssen nicht einmal die Rettung, sondern schrieb zuerst eine SMS an seine Gewerkschaft.

Diskussion über Polizeigewalt und Rassismus

In den USA gingen in den vergangenen Monaten wegen dieses und weiterer Fälle von Polizeigewalt weißer Beamter gegen Schwarze zahlreiche Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straßen.

Sowohl nach dem Tod des unbewaffneten 18-Jährigen Michael Brown in Ferguson als auch nach dem mit einem Würgegriff getöteten Eric Garner in New York entschieden Jurys, dass sich die Polizisten nicht vor Gericht verantworten müssen. Nach den Entscheidungen kam es jeweils zu teils gewaltsamen Protesten.