Einigung auf Entwurf für Weltklimavertrag in Genf

Es bleibt noch viel Arbeit und wenig Zeit bis zu einem globalen Klimavertrag, der Ende des Jahres in Paris vereinbart werden soll. Ein Entwurf, den das UNO-Klimasekretariat zum Abschluss einer Arbeitstagung in Genf präsentierte, enthält auf rund 100 Seiten noch Hunderte verschiedene Wünsche der über 190 Teilnehmerstaaten.

Die Chefin des UNO-Klimasekretariates, Christiana Figueres, lobte gestern dennoch den „konstruktiven Geist“ des siebentägigen Treffens. Nun liege erstmals ein offizieller Verhandlungstext für den Weltklimavertrag vor. Klimaschützer äußerten sich dagegen enttäuscht.

„Nicht mehr als vertrauensbildende Maßnahme“

„Aus unserer Sicht war Genf nicht mehr als eine vertrauensbildende Maßnahme, und wichtige zu lösende Fragen wurden vertagt“, sagte Martin Kaiser von Greenpeace. Dazu zählten die Finanzierung von Klimaschutz und eine gerechte Verteilung der Klimaziele unter den Staaten. Der Entwurf für Paris sei nun doppelt so lang wie das Vorläuferpapier, das im Dezember in Lima vereinbart wurde.

Jan Kowalzig von Oxfam sieht für Paris eine große Gefahr, „dass Länder wie die USA oder China ein sehr schwaches Abkommen durchsetzen werden, weil die EU nicht in der Lage ist, starke Allianzen mit anderen Ländern zu schmieden“.

„Wir sind grundsätzlich im Plan, müssen aber nunmehr zügig beginnen, konkrete Rechtstexte zu verhandeln“, hieß es aus der deutschen Delegation. Bis Paris sind laut Figueres noch UNO-Arbeitstreffen im Juni, September und Oktober geplant.