Fitch senkt Österreich-Rating auf AA+

Die Ratingagentur Fitch hat Österreich die Bestnote AAA entzogen. Der Schuldenberg der Alpenrepublik werde voraussichtlich höher als bisher angenommen, erklärte Fitch am Freitagabend. Deswegen werde die Bonität jetzt nur noch mit AA+ bewertet. Die Schuldendynamik habe sich in kurzer Zeit verschlechtert. Trotz der Herabstufung sei der Ausblick für die neue Note stabil, erklärten die Bonitätswächter.

Ministerium: Keine Folgen

Das Finanzministerium reagierte umgehend mit einer eigenen Aussendung, in der es betonte, dass die Herabsenkung des Ratings keine Folgen für Österreich haben werde.

Der Anstieg des Schuldenbergs sei nur temporär und ergebe sich „aus der Neuberechnung des Schuldenstandes nach dem europäischen System und der aktiven Aufarbeitung der Verbindlichkeiten aus diversen Bankenrestrukturierungen“.

Es handle sich dabei „um eine Spitze, die 2015 erreicht wird und in den Folgejahren zurückgehen“ werde. Das Finanzministerium betonte, es sehe im aktuellen Rating „keine negativen Auswirkungen in Österreich, da die statistischen Effekte die generelle Finanzsituation des Bundes nicht beeinträchtigen“. Österreich bleibe auch in Zukunft „eine der besten Adressen für Investoren“.

Nur noch ein Triple A

Österreich hat damit nur noch bei einer der drei großen US-Ratingagenturen ein Triple-A, nämlich bei Moody’s. Deren Bonitätswächter hatten der Republik erst kurz vor Weihnachten die Bestnote - bei stabilem Ausblick - bestätigt. Moody’s hatte das unter anderem mit einer gesunden, gut diversifizierten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft begründet - die neue europäische Berechnungsmethode hatte Moody’s nicht gestört. Moody’s rechnete damals mit einem deutlichen Anstieg des Budgetdefizits von 81,2 Prozent 2013 auf 87 Prozent im heurigen Jahr. Allein die Hypo-„Bad Bank“ wird demnach ein 2,7-Mrd.-Euro-Loch ins Budget fressen, erwartet Moody’s.

S&P stufte schon 2012 herunter

Die dritte US-Ratingagentur, Standard & Poor’s, hatte der Republik bereits im Jänner 2012 das Triple A entzogen. Im März des Vorjahres gab es - so wie nun von Fitch - ein AA+ mit stabilem Ausblick. Bei einer „ausgeprägten Verbesserung“ des Staatshaushaltes stellte S&P damals die Spitzenbonität Triple-A in Aussicht.

Das ist - allein aufgrund der weiteren Milliardenbelastung durch die Hypo - heuer mehr als unwahrscheinlich. Die hohen Staatsschulden in Kombination mit den möglichen Risiken im Bankensektor - hier hatte zuletzt die Franken-Aufwertung erneut für Schlagzeilen gesorgt und den Druck auf heimische Banken erhöht - gelten allen drei Ratingagenturen gemeinsam als die beiden größten Unsicherheitsfaktoren.