Tote bei Anschlag auf Busstation in Nigeria

Bei einem Selbstmordanschlag im Nordosten Nigerias sind heute mindestens zehn Menschen getötet und 30 weitere verletzt worden. Eine Frau habe sich an einer belebten Bushaltestelle in der Stadt Damaturu in die Luft gesprengt, teilte die Polizei mit.

Ein Augenzeuge berichtete, es habe einen lauten Knall gegeben. Die Menschen seien in Panik davongerannt. Zu dem Anschlag in Damaturu bekannte sich zunächst niemand. Allerdings verübt die radikalislamische Miliz Boko Haram in der Region immer wieder Anschläge. Zunehmend sind es Frauen, die sich auf belebten Plätzen in die Luft sprengen.

Angriff auf Stadt Gombe in Nigerias Nordosten

Boko Haram kämpft seit Jahren in der Region für einen eigenen Staat. Erst am Vortag hatten die Extremisten die ebenfalls im Nordosten gelegene Stadt Gombe angegriffen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden die Boko-Haram-Kämpfer aber zurückgeschlagen.

Die Miliz hat ihre Angriffe mittlerweile auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und vor wenigen Tagen auch auf den Tschad ausgeweitet. Im erdölreichen Nigeria ist sie längst zur größten Bedrohung für die Sicherheit geworden. So wurde die eigentlich für Samstag geplante Präsidentenwahl um sechs Wochen verschoben.

Erster tödlicher Angriff im Tschad

Erst am Freitag hatte Boko Haram ein Dorf im Tschad angegriffen und mehrere Menschen getötet. Es war der erste bekannte tödliche Angriff der Miliz im Tschad.

Boko Haram kämpft seit 2009 für einen streng islamischen Staat nach den Grundsätzen der Scharia. Tausende Menschen wurden seither getötet. Die Miliz kontrolliert bereits weite Landesteile im Nordosten Nigerias und hat Hunderte Menschen verschleppt, darunter auch viele Kinder.