Schäuble wirft Athen Verantwortungslosigkeit vor

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat Zweifel, dass sich die Euro-Länder im Schuldenstreit mit Griechenland bei ihren Gesprächen heute einigen werden.

„Bin sehr skeptisch“

„Nach dem, was ich gehört habe ..., bin ich sehr skeptisch“, sagte Schäuble heute im Deutschlandfunk mit Blick auf das Treffen der Finanzminister der Währungsgemeinschaft. Er warf der neuen griechischen Regierung vor, derzeit „ziemlich unverantwortlich“ zu handeln und seine Partner zu beschimpfen.

Schäuble unterstrich, er wolle kein Ausscheiden des Landes aus dem Euro-Raum. „Wir wollen das nicht“, sagte er. Aber das Land müsse ein Mindestmaß dafür tun, um insbesondere auch seinen eigenen Ansprüchen zu genügen.

Schelling: „Enormer Zeitdruck“

„Wir stehen vor enormem Zeitdruck“, sagte Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) vor dem Euro-Gruppe-Treffen in Brüssel. Das laufende Hilfsprogramm müsse rasch verlängert werden, aber die „griechischen Kollegen“ seien „offensichtlich noch eher im Wahlkampfmodus als im Arbeitsmodus“, so Schelling im ZDF-„Morgenmagazin“.

Griechische Regierung zuversichtlich

Griechenland zeigte sich hingegen zuversichtlich, dass eine Einigung erreicht werden kann. „Unsere starke, auf Logik gegründete Haltung wird zu einer Einigung führen“, sagte Finanzminister Gianis Varoufakis der Zeitung „Kathimerini“.

Heute Nachmittag verhandeln die Euro-Finanzminister, auch Schelling wird dabei sein, mit ihrem Kollegen aus Athen über einen Ausweg aus dem Schuldenstreit. Zum Ende des Monats läuft das geltende Hilfsprogramm der Euro-Partner für das Land aus. Ohne Kompromiss über den weiteren Kurs droht Griechenland die Pleite.