Boko-Haram-Anhänger im Niger festgenommen

Die Polizei im Niger hat nach eigenen Angaben mehr als 160 mutmaßliche Anhänger der nigerianischen Dschihadistengruppe Boko Haram festgenommen. Die Verdächtigen hätten dank der Mithilfe der örtlichen Bevölkerung der Region Diffa im Südosten des Landes festgenommen werden können, sagte ein Polizeisprecher gestern im Fernsehen.

Die Verdächtigen würden derzeit von den Anti-Terror-Behörden verhört. In Diffa hatte es in den vergangenen Tagen mehrere blutige Anschläge von Boko Haram gegeben. Es waren die ersten derartigen Angriffe im Niger.

Festnahmen auch in Zinder

Laut dem Polizeisprecher wurden auch nahe der zweitgrößten Stadt des Landes, Zinder, Dutzende weitere Verdächtige festgenommen. Der Regionalgouverneur Kalla Moutari sagte, knapp 10.000 Einwohner von Diffa seien nach den jüngsten Gewalttaten nach Zinder geflohen. Niger hatte sich kürzlich der regionalen Einsatztruppe gegen Boko Haram angeschlossen.

Boko Haram kämpft seit 2009 mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Bei Anschlägen auf Sicherheitskräfte, Behörden, Schulen und Kirchen tötete die sektenartige Rebellengruppe mehr als 13.000 Menschen. Inzwischen kontrollieren die Extremisten ganze Städte im Nordosten Nigerias.