Fed will keine „verfrühte“ Zinswende riskieren

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) will aus Rücksicht auf die Konjunkturentwicklung die Zinsen nicht zu früh anheben, wie aus den gestern veröffentlichten Aufzeichnungen der Jänner-Sitzung hervor.

Eine verfrühte Anhebung könne „die sichtbar stabile Erholung“ hemmen und wäre damit kontraproduktiv, gaben mehrere Geldpolitiker zu Protokoll. Zuletzt wurde frühestens ab Mitte des Jahres mit einer Straffung der Geldpolitik gerechnet. Die US-Notenbank hält den Schlüsselzins bereits seit Ende 2008 und damit dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Neue Risiken

Sie hatte im Jänner betont, die Abkehr von dem geldpolitischen Krisenmodus „geduldig“ angehen zu wollen. Diese Formulierung gilt als Signalwort dafür, dass eine Zinserhöhung nicht kurz bevorsteht. Fed-Chefin Janet Yellen hatte außerdem erläutert, dass es auch auf der März-Sitzung wohl nicht dazu kommen werde.

Wie aus den Protokollen hervorgeht, sehen die Notenbanker auch des Ende des Booms in China und die Ukraine-Krise als Gefahren für einen anhaltenden Aufschwung in den USA. Die US-Wirtschaft ist in so guter Form wie lange nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im vergangenen Jahr mit 2,4 Prozent so kräftig wie zuletzt 2010.