Kunden stürmen portugiesische Bank

Dutzende wütende Bankkunden haben in Portugal eine Bankfiliale gestürmt, um gegen den Verlust ihrer Ersparnisse im Zuge der Finanzkrise zu protestieren. Etwa 100 Menschen besetzten in Coimbra im Zentrum des Landes eine Filiale der Novo Banco, der Nachfolgebank der zerschlagenen Banco Espirito Santo (BES).

Sie riefen „Diebe“, „Gauner“ und „Wir wollen unser Geld zurück“, wie die Nachrichtenagentur Lusa berichtete. Die BES war im vergangenen Jahr an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gerutscht. Der portugiesische Staat rettete das Geldinstitut, indem er faule Kredite in eine „Bad Bank“ auslagerte und mit einer Kapitalspritze von fast fünf Milliarden Euro aus dem gesunden Geschäftsbereich das Unternehmen Novo Banco schuf.

Für die neue Bank - die drittgrößte Bank Portugals - wird derzeit ein neuer Eigentümer gesucht. Zu den Interessenten zählen die chinesische Investmentgruppe Fosun und die spanischen Banken Santander und Caixa.

Eine Vereinigung aus rund 300 Kunden, die sich von der BES betrogen fühlen, verlangt die Herausgabe ihrer Ersparnisse vor dem Verkauf. Bereits vergangene Woche hatten Kunden eine Filiale in der nordportugiesischen Stadt Porto gestürmt, Ende Jänner stürmten rund hundert Menschen die Zentrale in der Hauptstadt Lissabon.