Hundstorfer erwartet weitere schwierige Jahre auf Jobmarkt

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) erwartet weitere ein bis zwei schwierige Jahre auf dem Arbeitsmarkt. Er hofft auf positive Impulse durch die geplante Steuerreform, die Wohnbauoffensive und das Europäische Investitionsprogramm. „Keinen Reformbedarf“ sieht Hundstorfer beim Arbeitsmarktservice (AMS) trotz der deutlich gestiegenen Anzahl von Beschwerden von Arbeitslosen bei der Volksanwaltschaft.

Die Beschwerden von Arbeitslosen über das AMS sieht Hundstorfer vor allem als „Ventil“ der Betroffenen im Hinblick auf ihre Lage. Inklusive der AMS-Schulungsteilnehmer waren Ende Jänner 472.539 Personen auf Arbeitssuche. Mit 10,5 Prozent erreichte die Arbeitslosenquote nach heimischer Berechnung den höchsten Stand seit den 1950er Jahren. Die Arbeitslosenzahlen steigen nun bereits seit August 2011.

Hoffen auf Bonus-Malus-System

Hundstorfer erwartet auch positive Effekte durch das im aktuellen Regierungsprogramm vorgesehene Bonus-Malus-System für Unternehmen, mit dem mehr ältere Beschäftigte in Beschäftigung gehalten werden sollen. Nach der Wirtschaftskammer-Wahl werde WKÖ-Chef Christoph Leitl sich hoffentlich wieder zu dem Modell bekennen, das auch mit Leitl ausverhandelt worden sei und seine Handschrift trage, so der Sozialminister im APA-Gespräch.

Keinen Bedarf sieht der Sozialminister für eine strengere Sozialgesetzgebung in Österreich. Der Präsident der Wirtschaftskammer Oberösterreich, Rudolf Trauner, hatte eine „Sozialpolizei“ gefordert, um Sozialmissbrauch aufzuspüren. Beispielsweise habe es beim AMS bei 960.000 Betroffenen im vergangenen Jahr insgesamt 101.000 Sperren des AMS-Geldes gegeben, so Hundstorfer. „Es ist nicht lustig zu sperren.“