Multiversum: Untreue-Ermittlungen gegen Darabos

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt im Zusammenhang mit dem finanziell angeschlagenen Multiversum Schwechat gegen SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos. Dabei geht es um Förderungen, die Darabos der Mehrzweckhalle der SPÖ-geführten Gemeinde als Sportminister gewährt hat. Darabos selbst sieht kein Vergehen.

In die Schlagzeilen gekommen ist das Multiversum durch millionenschwere Verluste und die damit einhergehende finanzielle Schieflage der Gemeinde Schwechat, die eigentlich zu den finanzstärksten des Landes zählte: Im Jahr 2011 wurde das Multiversum als Mehrzweckhalle für Sport-, Konzert- und Kulturveranstaltungen eröffnet, schon zwei Jahre später musste die Gemeinde 2,4 Mio. Euro zuschießen.

Förderungen im Fokus

Der Rechnungshof (RH) übte scharfe Kritik an Kompetenzüberschreitungen des schließlich zurückgetretenen Bürgermeisters und des Managements bei der Planung sowie an hohen Baukostenüberschreitungen: Aus ursprünglich 37 wurden schließlich 50 Mio. Euro. Von Bund und Land Niederösterreich wurde das Millionenprojekt massiv gefördert - und ein Teil dieser Förderungen ist nun auch Gegenstand der Ermittlungen.

Geprüft wird laut WKStA, „ob maßgebliche Förderkriterien eingehalten wurden“. Wie lange die Ermittlungen noch dauern, sei noch nicht abschätzbar. In der Causa, der sich auch schon der RH kritisch gewidmet hat, geht es vor allem um die Frage, ob die Förderungen für das Veranstaltungszentrum als Sportförderung durchgehen.

Darabos sieht Anzeige gelassen

Die Anzeige geht auf die Grünen zurück, weil das Multiversum ihrer Ansicht nach „zum absolut überwiegendem Teil Veranstaltungen abhält, die nichts mit Sport und schon gar nichts mit Sport von internationaler oder gesamtösterreichischer Bedeutung zu tun haben“. Darabos sieht den Ermittlungen gelassen entgegen, wie er gegenüber der APA betonte. Die Fördermittel seien absolut transparent und zu 100 Prozent gesetzeskonform vergeben sowie vom Finanzministerium genehmigt worden. Es gilt die Unschuldsvermutung.