Hypo-„Bad Bank“: Anleihen über 950 Mio. Euro werden fällig

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Die aus der Hypo Alpe-Adria hervorgegangene „Bad Bank“ Heta muss im März zwei Anleihen über insgesamt 950 Mio. Euro tilgen, schreiben „Standard“ und „Kronen Zeitung“ unter Berufung auf „Bankinsider“. 450 Mio. werden am 6. März und 500 Mio. am 20. März fällig.

Dabei stelle sich erstmals die Frage, ob Gläubiger nur einen Teil ihres Geldes zurückbekommen, also ein Haircut der Anleihezeichner erfolgt. Sollte in der ersten Tranche keine Kürzung der Rechte der Anleihezeichner erfolgen, dann wäre ein Einschnitt später noch schwieriger durchzuziehen, weil das dem Prinzip der Gleichbehandlung widerspräche, so die Argumentation.

FMA-Bescheid notwendig

Das Bankenabwicklungsgesetz BaSAG biete eine Möglichkeit, Gläubigern nicht ihre gesamte Forderung zurückzuzahlen, argumentiert laut Zeitungen der zitierte „Bankinsider“. Es gebe im Gesetz eine Formulierung, wonach das Bail-in, also die Beteiligung der Gläubiger, auch für Abbaueinheiten gelte.

Damit könnte sich die Heta auf das Regelwerk berufen, obwohl sie keine Bank ist. Diese Regelung könnte auch in Zukunft bei der Abwicklung der Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) genutzt werden, sagen die Informanten des „Standard“. Voraussetzung für einen derartigen Schuldenschnitt wäre ein Bescheid der Finanzmarktaufsicht (FMA).

Heta wartet Prüfung ab

Aus der Hypo-Abbaueinheit hieß es auf APA-Anfrage dazu, dass die Heta an die für sie geltenden vertraglichen und gesetzlichen Verpflichtungen gebunden sei. Sobald es neue Erkenntnisse aus dem" Asset Quality Review" und dessen Auswirkungen auf den Jahresabschluss 2014 gebe, würden diese dem Eigentümer vorgelegt und, so erforderlich, mögliche Maßnahmen mit dem Eigentümer erörtert.

In der Heta läuft derzeit eine Neubewertung der Geschäfte durch die Prüfunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) und KPMG. Noch ist die Prüfung nicht abgeschlossen, aber Gerüchte wollen wissen, dass der Abschreibungsbedarf um fünf Mrd. Euro höher ist als zunächst angenommen.

Der grüne Finanzsprecher Werner Kogler forderte im ORF-Radio eine Insolvenz für die „Bad Bank“ der Hypo Alpe-Adria. Ein geordnetes Konkursverfahren würde den Steuerzahlern mehr als zehn Milliarden Euro an Abbaukosten ersparen, sagte er.