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Nominierungsparteitag in Philadelphia

Der Kandidat der Demokratischen Partei für US-Präsidentschaftswahlen 2016 wird in Philadelphia gekürt. Die 1,5-Millionen-Stadt im östlichen Bundesstaat Pennsylvania habe den Zuschlag für den Ende Juli 2016 stattfindenden Nominierungsparteitag erhalten, teilte die demokratische Parteiführung Mitte Februar mit.

Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Bei seinen Demokraten gilt die Ex-Außenministerin und frühere First Lady Hillary Clinton als Favoritin für die Nachfolge - auch wenn sie ihre Entscheidung über eine erneute Bewerbung noch gar nicht verkündet hat.

Wie die „Washington Post“ berichtete, soll Clinton trotzdem ihr Wahlkampfteam bereits zusammengestellt haben. Sie soll dabei auf eine Reihe jetziger und ehemaliger Berater von Präsident Barack Obama zurückgreifen, der sie 2008 bei der innerparteilichen Kandidatenkür ausgebootet hatte.

Clinton holt sich Obamas Beraterstab

Clinton habe sich demnach auf den derzeitigen Obama-Berater John Podesta als Wahlkampfchef festgelegt. Der erfahrene Bobby Mook, der ihr bereits 2008 bei ihrer Kampagne half, solle ihr Wahlkampfmanager werden. Obamas derzeitige Kommunikationsdirektorin Jennifer Palmieri solle den gleichen Posten im Clinton-Team übernehmen. Die Demokratin wolle sich außerdem in ihrer Kampagne auf Joel Benenson stützen, den Meinungsforscher des Präsidenten.

Derzeit zeichnet sich im eigenen demokratischen Lager keine Konkurrenz für die ehemalige First Lady ab. Der „Washington Post“ zufolge wird Clinton daher voraussichtlich erst vom Sommer an aktiv Wahlkampf führen, um sich vorher nicht unnötig zu verschleißen.

Vorwahlkampf bis zum Frühsommer

In rund einem Jahr beginnen die Vorwahlen von Demokraten und Republikanern für 2016 traditionell im Bundesstaat Iowa. Nach und nach werden sich die Bewerber in allen 50 US-Staaten dem Votum der Wähler stellen, um die Kandidatur ihrer Partei zu ergattern. Die Abstimmungen ziehen sich bis in den Frühsommer, meist stehen die Mehrheitsverhältnisse aber schon vorher fest. Abschluss des Vorwahlprozesses sind dann die Conventions genannten Parteitage, bei denen die Parteien ihren Kandidaten offiziell auf den Schild heben.

Philadelphia setzte sich bei der Wahl zum Austragungsort gegen Columbus im Bundesstaat Ohio und die Ostküstenmetropole New York durch. Die Republikaner hatten bereits im vergangenen Sommer Cleveland (Ohio) als Schauplatz für ihren Parteitag ausgewählt. Die demokratische Parteivorsitzende Debbie Wasserman Schultz sagte, Philadelphia sei wegen seiner „tiefen Verankerung“ in der US-Geschichte ausgesucht worden. In der Stadt wurden die Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika ausgearbeitet. In den Anfangsjahren der USA war Philadelphia für kurze Zeit Hauptstadt.

Wahltaktische Gründe für Entscheidung

Hinter der Entscheidung der Demokraten dürften aber auch wahltaktische Gründe stehen: Pennsylvania gilt als einer der umkämpften Schlüsselstaaten, die für einen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen am 8. November 2016 von großer Bedeutung sind.

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