Ukraine: Separatisten kündigen Abzug schwerer Waffen an

Die prorussischen Separatisten im Kriegsgebiet Ostukraine haben für heute den Abzug schwerer Artillerie angekündigt. Die Militärtechnik solle unter Kontrolle der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) von den Frontlinien der „Volksrepubliken Donezk und Lugansk“ abgezogen werden, sagte Separatistensprecher Eduard Bassurin der Agentur Interfax gestern. Bereits jetzt seien aus einzelnen Orten Dutzende Einheiten mit Technik von der Linie entfernt worden.

Vorwürfe gegen Kiew

Bassurin forderte die OSZE auf, bei der Umsetzung des Minsker Friedensplans auch die ukrainische Seite aktiver zu kontrollieren. Er warf dem ukrainischen Militär vor, bisher keine Schritte für den Abzug von Technik unternommen zu haben. Die ukrainischen Sicherheitskräfte würden vielmehr ihre Stellungen festigen und an allen Seiten Panzertechnik und Personal aufstellen, behauptete Bassurin.

Der Separatistenführer Alexander Sachartschenko beschuldigte die Regierungstruppen, ungeachtet des Minsker Abkommens weiter Stellungen der Aufständischen zu beschießen. Er äußerte die Vermutung, dass die ukrainischen Truppen sich auf einen neuen Angriff vorbereiteten - „Ende März, Anfang April“.

Putin zeigt sich optimistisch

Der russische Präsident Wladimir Putin forderte indes ebenfalls die Regierung in Kiew zum Abzug ihrer Waffen aus der Ostukraine auf. Wenn das Abkommen von Minsk und der Abzug schwerer Waffen von der Front „respektiert werden, ist das ein sicherer Weg hin zur Normalisierung der Lage in der Region“, sagte Putin im staatlichen russischen Fernsehsender Rossija-1.

Der russische Staatschef forderte die ukrainische Regierung auf, das Leben in der Ukraine „zur Normalität zurückkehren“ zu lassen und „ihre Beziehungen mit dem Südosten des Landes auf zivilisierte Weise zu regeln“. Ein „Szenario einer Apokalypse“ in dem umkämpften Gebiet sei „wenig wahrscheinlich“, sagte Putin. „Und ich hoffe, es wird nie passieren.“