UNO bittet Mitglieder um 316 Millionen Dollar für Ukraine

In der Ukraine nehmen wegen des bewaffneten Konflikts im Osten des Landes die humanitären Bedürfnisse laufend zu. Die UNO hat deshalb ihre Mitgliedsstaaten aufgerufen, für dieses Jahr 316 Millionen Dollar (279,70 Mio. Euro) zur Verfügung zu stellen, um damit 3,2 Millionen betroffenen Menschen zu helfen.

Der gestern in Kiew vorgestellte Plan macht gleichzeitig klar, dass insgesamt fünf Millionen Personen auf Unterstützung angewiesen wären. Mehr als eine Million Ukrainer wurden infolge des Konflikts zu Flüchtlingen im eigenen Land, rund zwei Millionen leben in den umkämpften Gebieten und haben dort keinen Zugang zur Grundversorgung.

Versorgungssysteme funktionieren nicht mehr

Nach Angaben des zuständigen UNO-Koordinators Neal Walker funktionieren die lokalen Versorgungssysteme vielerorts nicht mehr, für die Bevölkerung im Konfliktgebiet stehe deshalb das Überleben auf dem Spiel. Rund 500.000 Personen seien in unterirdischen Unterkünften oder Kellerräumen ohne die nötige Ausstattung untergebracht.

„Die Bedürfnisse sind enorm, und kein Staat kann eine solche Aufgabe alleine meistern. Die Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft ist für die Ukrainer sehr wichtig“, sagte der ukrainische Vizepräsident Hennadij Subko laut Medienmitteilung.

Die UNO will Nahrungsmittel, Hygieneartikel und warme Kleidung verteilen, medizinische Hilfe leisten und Unterkünfte organisieren. Weitere Mittel sollen für psychologische Betreuung der Betroffenen sowie für Bildung eingesetzt werden.

Großbritannien unterstützt ukrainische Armee

Unterdessen unterstützt Großbritannien die ukrainische Armee mit Militärausbildnern. Sollte Russland nichts entgegengesetzt werden, drohe eine Destabilisierung auch anderer Staaten wie Moldawien oder der baltischen Länder, warnte Premierminister David Cameron heute vor einem Parlamentsausschuss in London.

Im Laufe des März werde militärisches Personal in die Ukraine geschickt, um bei der Ausbildung der dortigen Soldaten zu helfen. Auch sollen Geheimdienstinformationen zur Verfügung gestellt werden. Zudem werde Großbritannien ein Infanterieausbildungsprogramm mit der Ukraine entwickeln.

Cameron betonte, dass die Briten weit weg von der Front eingesetzt würden und sich an Kampfhandlungen nicht beteiligen sollten. Waffenlieferungen an die Ukraine zu einem späteren Zeitpunkt schloss er nicht aus. Vorerst verfolge Großbritannien aber die Linie, „nicht tödliche“ Unterstützung zu leisten.

Litauen will Wehrpflicht wieder einführen

Litauen will wegen der Krise in der Ukraine vorübergehend wieder die Wehrpflicht einführen. „Wir müssen die Verteidigungskapazitäten des Landes stärken“, sagte Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite heute nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates in Vilnius.

In den kommenden fünf Jahren sollen rund 3.500 junge Männer eine neunmonatige Grundausbildung machen. Das Parlament muss dem noch zustimmen. Der Gesetzesentwurf soll Anfang März von der Regierung zur Diskussion eingebracht werden.