Unirektoren drohen mit Einstellung von Studienfächern

Der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Heinrich Schmidinger, droht angesichts der knappen Budgetsituation der Unis damit, auch Studienfächer einzustellen. Sollte den Unikliniken - und dadurch den Hochschulen - durch die neuen Spitalsärztearbeitszeiten tatsächlich ein dreistelliger Millionenbetrag abhandenkommen, müsse man bei Personal und Gebäuden sparen, sagte er zur „Presse“.

Großteil von Budget nur für Ärzteausbildung?

Die Rektoren befürchten ja, dass die durch das neue Arbeitszeitgesetz entstehenden Mehrkosten die Unibudgets berühren werden. Ein Großteil des Budgetplus von 615 Mio. Euro für die Jahre 2016 bis 2018 könnte für die Ärzte aufgewendet werden müssen, so die Sorge.

Das sei erst seit Dezember ein Thema - „und seitdem habe ich keinen Augenblick ausgelassen zu sagen, dass dies ein immenses Problem ist“, so Schmidinger zur „Presse“ (Mittwoch-Ausgabe). Wie die Universitäten mit allfälligen Budgeteinschnitten umgehen werden, sei zwar jeder Uni selbst überlassen. „Aber wenn nachhaltig eingespart werden soll, kann es nur bei Personal und Gebäuden sein“, so Schmidinger.

Zurückhaltung bei Neuberufungen angekündigt

Als Rektor der Uni Salzburg würde er etwa bei Neuberufungen zurückhaltend sein - und auch über Fächerstreichungen nachdenken: „Und dann werden wir genau hinsehen müssen, ob wir uns Studienrichtungen, bei denen die Nachfrage sehr gering ist, wirklich in Zukunft noch leisten können.“ Es sei „natürlich“ eine Überlegung, „Orchideenfächer“ einzustellen, sagte er auf eine entsprechende Frage. Grundsätzlich müsse man sich aber auch unabhängig vom Sparzwang überlegen, ob man jene Fächer, wo die Nachfrage sehr gering ist, auf Dauer finanzieren könne, sagte er.

Gleichzeitig betonte Schmidinger, man habe eine „sehr gute Gesprächsbasis“ mit Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Das zeige sich auch darin, dass der ÖVP-Chef kommende Woche ins Plenum der Universitätenkonferenz kommen wird.