Exilopposition: Geheime Atomanlage im Iran

Nach Angaben des exiloppositionellen Nationalen Widerstandsrates des Iran (NWRI) betreibt der Iran eine geheime Atomanlage nahe Teheran.

In Lawisan nordöstlich der iranischen Hauptstadt gebe es eine unterirdische Forschungsanlage auf einem Militärkomplex, in der heimlich Uran angereichert werde, sagten NWRI-Vertreter bei einer Pressekonferenz in Washington.

Zuvor bereits verdächtige Einrichtung

In Lawisan gab es bereits eine Einrichtung, die von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) als verdächtig eingestuft wurde. Doch die iranische Regierung ließ das Technical Research Center 2003 abreißen und erlaubte Inspektionen des Geländes erst nach mehrere Monate dauernden Verhandlungen. Damals fanden die IAEA-Inspektoren keine Spuren von Nuklearaktivitäten.

Baubeginn kurz nach Inspektion?

Laut dem aktuellen Bericht des NWRI, der auch der deutschen Zeitung „Die Welt“ vorliegt, scheint das Regime aber kurz nach Ende der Inspektion mit dem Bau der unterirdischen Anlage begonnen zu haben. Sollte die Information stimmen, wäre das ein sehr gezielter Täuschungsversuch.

Auf Militärbasis entdeckt

Brisant sei weiters, dass sich die Einrichtung auf einer Militärbasis befinden soll, so die „Welt“. Denn das würde den Verdacht stützen, dass das Atomprogramm auch militärischen Zwecken diene. Außerdem sei die Inspektion von Militäranlagen offenbar diejenige Forderung der internationalen Gemeinschaft, der Teheran in den aktuellen Atomverhandlungen am wenigsten entgegenkomme.

Mit 40 Zentimeter dicken Stahltüren gesichert

Nach Angaben des NWRI, des politischen Arms der bewaffneten Volksmudschahedin, befindet sich die Anlage mehrere Stockwerke tief unter der Oberfläche und ist nur durch einen Aufzug zugänglich. Sie erstrecke sich über eine Fläche von mehr als 2.000 Quadratmetern. Sie sei durch neun Quadratmeter große Stahltore abgesichert, die eine Stärke von 40 Zentimetern besäßen und jeweils acht Tonnen wögen.

Die Exiloppositionellen mit Sitz in Paris hatten im Jahr 2002 dabei geholfen, Teile des iranischen Atomprogramms offenzulegen. In den Jahren darauf erwiesen sich einige Behauptungen der Gruppe aber auch als falsch.