Literaturkritiker Fritz J. Raddatz gestorben

Der deutsche Literaturkritiker Fritz J. Raddatz ist tot. Der langjährige Feuilletonchef der Wochenzeitung „Die Zeit“ sei gestern im Alter von 83 Jahren gestorben, teilte der Rowohlt-Verlag in Hamburg mit.

Erst im vergangenen Jahr hatte der Literaturkritiker und Publizist nach mehr als 60 Jahren seine journalistische Tätigkeit beendet. „Ich habe mich überlebt“, schrieb er im September in einem Beitrag für die Tageszeitung „Die Welt“.

„Meine ästhetischen Kriterien sind veraltet, das Besteck des Diagnostikers rostet, meine Gierfreude am Schönen der Kunst ist zu Asche geworden, der gefiederte Pegasus, mit dem ich durch Bild und Text galoppierte, lahmt“, begründete er seinen Abschied von der „Zeitungsarbeit“ und schloß mit den Worten: „Time to say goodbye. Goodbye.“

Raddatz hatte 1977 die Leitung des Feuilletons der „Zeit“ übernommen und wurde in der Folge zu einem der einflussreichsten deutschen Literaturkritiker. 1985 gab Raddatz den Posten als Feuilletonchef auf, arbeitete für die „Zeit“ aber weiter als Kulturkorrespondent.