US-Wahl 2016: Konservative Republikaner für Rand Paul

Wenige Monate vor Beginn des republikanischen Vorwahlkampfes in den USA hat der radikale Querdenker Rand Paul Rückenwind als potenzieller Präsidentschaftsbewerber erhalten. Der für seine libertären Ansichten bekannte Senator, der Regierung und Steuern möglichst klein halten will, wurde gestern bei einer traditionellen alljährlichen Abstimmung besonders konservativer Aktivisten zum Vorzugskandidaten gekürt.

Das Ergebnis überraschte allerdings nicht: Paul ist ein ausgesprochener Liebling der Radikalkonservativen und hatte bereits die Abstimmungen in den beiden Vorjahren gewonnen. Es scheint aber Beobachtern zufolge fraglich, ob er in der gesamten Partei mehrheitsfähig ist.

„Jeb“ Bush belegte Platz fünf

Vor diesem Hintergrund betrachten Experten den Gouverneur von Wisconsin, Scott Walker, als wahren Sieger der alljährlichen sogenannten Straw Poll. Er landete auf Platz zwei, nachdem er bereits in den vergangenen Wochen in Umfragewerten zugelegt hatte.

Der bisher als wohl aussichtsreichster potenzieller Bewerber eingestufte John Ellis „Jeb“ Bush schnitt mit dem fünften Platz ebenfalls gut ab. Der Sohn und Bruder der Ex-Präsidenten gilt primär als Vertreter des Parteiestablishments - er muss daher versuchen, auch im konservativen Lager Fuß zu fassen. Der texanische Senator Ted Cruz und der bekannte afroamerikanische Neurochirurg Ben Carson, beide ausgesprochene Tea-Party-Männer, kamen auf die Plätze drei und vier.

Clinton mögliche Kandidatin

Bei den Demokraten wird die frühere First Lady und Außenministerin Hillary Clinton als mögliche Präsidentschaftskandidatin gehandelt. Noch hat Clinton ihre Entscheidung über eine erneute Bewerbung aber nicht bekanntgegeben.

2008 war sie im parteiinternen Vorwahlkampf an Barack Obama gescheitert, der nach zwei Amtszeiten bei den Wahlen 2016 nicht mehr antreten darf. Ende November hatte der frühere Senator Jim Webb als erster Demokrat seine Präsidentschaftsbewerbung erklärt.