Griechenland stellt Anleihenrückzahlung an EZB infrage

Griechenland hat die Rückzahlung von Staatsanleihen in Höhe von 6,7 Milliarden Euro infrage gestellt, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) gehalten und im Sommer fällig werden. Finanzminister Gianis Varoufakis sagte gestern in einem TV-Interview, er wolle über die Anleihen verhandeln - mit welchem Ziel, ließ er offen. „Wenn wir das Geld hätten, würden wir bezahlen“, so Varoufakis. „Sie wissen, dass wir es nicht haben.“

Der deutsche Bundestag hatte am Freitag einer Verlängerung des laufenden Rettungsprogramms durch die Euro-Zone um vier Monate bis Ende Juni zugestimmt. Grundlage dafür war eine Zusage Griechenlands, alle Verbindlichkeiten zu erfüllen.

Schäuble: „Sind nicht erpressbar“

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat bereits angekündigt, Athen harte Auflagen für ein mögliches drittes Hilfspaket zu machen.
Ob Griechenland weitere Hilfen brauche, werde man sehen, wenn das zweite Programm beendet ist. „Egal, was kommt, wir werden sehr strenge Maßstäbe anlegen“, sagte Schäuble der „Bild am Sonntag“. Athen müsse die Auflagen der Euro-Gruppe ohne Abstriche erfüllen. „Herr Tsipras ist am Wort. Wenn Griechenland sich daran nicht hält, wird es keine weiteren Hilfen geben“, so Schäuble. Er bekräftigte, man wolle keinen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone: „Wir sind solidarisch, aber nicht erpressbar.“

Griechenland muss im März einen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) von rund 1,6 Milliarden Euro zurückzahlen und im April 800 Millionen Euro für Zinszahlungen aufbringen. Im Juli und August benötigt das Land dann etwa 7,5 Milliarden Euro, um griechische Staatsanleihen in Händen der EZB zurückzuzahlen und andere Zinsverpflichtungen zu bedienen.