Zivilklage im Fall Michael Brown angekündigt

Die Familie des getöteten schwarzen US-Teenagers Michael Brown plant eine Zivilklage gegen den weißen Polizisten Darren Wilson. Auch die Stadt Ferguson werde auf Schadenersatz verklagt, teilte der Anwalt Anthony Gray gestern mit.

Wilson habe keinen Grund gehabt, den unbewaffneten Jugendlichen am helllichten Tag zu erschießen. Die Zivilklage wegen „widerrechtlicher Tötung“ werde „sehr bald“ eingereicht, sagte Gray.

Wilson hatte den 18-jährigen Brown Anfang August in Ferguson nach einem Handgemenge mit mehreren Kugeln getötet. Strafrechtlich drohen Wilson, der den Polizeidienst inzwischen quittiert hat, keine Konsequenzen mehr. Das US-Justizministerium hatte zuletzt ein Verfahren wegen Verletzung von Bürgerrechten aus Mangel an Beweisen eingestellt. Bereits im November hatte eine Grand Jury aus Laienrichtern entschieden, dass die Beweise für eine Anklage nicht ausreichen.

US-weite Proteste

Der Tod des Teenagers und der spätere Verzicht auf einen Strafprozess gegen den Polizisten hatten in Ferguson und zahlreichen anderen Städten der USA zu teilweise gewalttätigen Protesten geführt. An dem Fall entzündete sich eine landesweite Debatte über Rassismus und Polizeigewalt. Die mehrheitlich afroamerikanische Bevölkerung von Ferguson fühlt sich von der überwiegend weißen Polizeitruppe systematisch diskriminiert.