Albino-Morde in Tansania - 200 „Heiler“ festgenommen

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Nach mehreren brutalen Angriffen auf Albinos sind in Tansania mehr als 200 selbst ernannte Heiler und Zauberer festgenommen worden. Es habe landesweite Razzien gegeben, teilte die Polizei heute in dem ostafrikanischen Land mit. Dabei seien 225 „illegal tätige und selbst ernannte Heiler, Hellseher und Zauberer“ festgenommen worden. „Einige der Festgenommenen hatten Eidechsenhäute, Warzenschweinzähne, Straußeneier und Ähnliches in ihrem Besitz“, sagte ein Polizeisprecher.

Albinos, denen Farbpigmente in Haut, Haaren und Augen fehlen, gelten in Tansania und anderen Teilen Afrikas als Glücksbringer und Vorboten von Reichtum. Deshalb verwenden selbst ernannte Zauberer trotz eines offiziellen Verbots die Körperteile von Albinos für ihre Rituale. Um diese zu beschaffen, kommt es immer wieder zu brutalen Angriffen auf Albinos, bei denen die Opfer verstümmelt oder getötet werden.

Körperteile von Albinos werden nach UNO-Angaben für umgerechnet je rund 500 Euro verkauft, ein ganzer Leichnam wird mit bis zu 65.000 Euro gehandelt. Allein in Tansania wurden seit dem Jahr 2000 mindestens 75 Albinos ermordet, darunter viele Kinder.