Zyklon „Pam“ verwüstet Inselstaat Vanuatu

Ein Tropensturm namens „Pam“ hat auf dem kleinen Inselstaat Vanuatu im Südpazifik verheerende Schäden angerichtet. Australische TV-Sender berichten über mehr als 44 Tote. Am schlimmsten betroffen sei die Hauptstadt Port Vila, wo „Pam“ mit 340 Stundenkilometern über die Stadt brauste und Häuser sowie Regierungsgebäude komplett zerstörte.

„Unzählige Häuser sind einfach fortgerissen, nur die stärksten Betonbauten haben dem Sturm standgehalten - und davon gibt es nicht so viele“, sagte Chloe Morrison von der Hilfsorganisation World Vision der Deutschen Presse-Agentur. Mindestens 10.000 der 44.000 Einwohner seien obdachlos. In der Stadt gebe es keinen Strom, nur wacklige Mobilfunkverbindungen und über Stunden kein fließendes Wasser.

„Womöglich schlimmste Wetterkatastrophe im Südpazifik“

„Es ist noch zu früh, dies mit Sicherheit zu sagen, aber die ersten Berichte lassen vermuten, dass diese Wetterkatastrophe die schlimmste sein könnte, die diese Pazifikregion je getroffen hat,“ meinte UNICEF-Neuseeland-Direktorin Vivien Maidaborn.

Auf dem aus mehr als 83 Inseln bestehenden Staat leben rund 250.000 Menschen. Vanuatu liegt rund drei Flugstunden nördlich von Brisbane an der australischen Ostküste und etwa sieben Flugstunden nördlich von Neuseeland.

Laut Angaben der Behörden gibt es derzeit keinen Kontakt zu vielen Inseln, deshalb sei es unmöglich, die genauen Schäden und Opferzahlen einzuschätzen.
„Es ist klar, dass die volle Wucht des Super-Zyklons die Inseln deutlich schlimmer getroffen hat als vorhergesagt“, berichtete UNICEF-Sprecherin Alice Clements aus Port Vila. Die Sturmböen hätten in ihrem dreistöckigen Hotel die Schiebetüren aus der Verankerung gerissen. „Es war Furcht einflößend“, sagte sie.