Luftangriffe auf Amtssitz des jemenitischen Präsidenten

Der blutige Machtkampf im Jemen erfasst immer weitere Teile des Landes. Kampfflugzeuge bombardierten gestern den Amtssitz von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi in der südjemenitischen Stadt Aden.

Laut einem Bericht der britischen BBC sollen dafür Kräfte verantwortlich sein, die mit den schiitischen Huthi-Rebellen verbunden sind.

Huthi-Rebellen dringen immer weiter vor

Der Jemen erlebt seit Monaten ein politisches Chaos. Die Huthi-Rebellen haben den Norden des Landes und die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht. Verbündet sind sie mit dem früheren Staatschef Ali Abdullah Saleh, der 2012 nach Massenprotesten zurückgetreten war. Ihm wird vorgeworfen, den Rebellenaufstand zu schüren. Auch der ebenfalls schiitische Iran soll die Huthis unterstützen.

Die Rebellen zwangen Salehs Nachfolger Hadi und die Regierung vor einigen Wochen zum Rücktritt, auch das Parlament lösten sie auf. Der Präsident floh im vergangenen Monat nach Aden, von wo aus er das Land regieren will.

Flughafen von Aden eingenommen

Die Luftangriffe kamen nur wenige Stunden nach Zusammenstößen von Anhängern und Gegnern Hadis auf dem Flughafen von Aden. Dabei wurden laut Medienberichten fünf Menschen getötet. Die Hadi-Getreuen nahmen auch einen Armeestützpunkt in Aden ein. Der Flughafen soll ebenfalls unter ihrer Kontrolle stehen.

Verschleppte Frauen freigelassen

Fast vier Wochen nach ihrer Entführung im Jemen wurden unterdessen eine Französin und ihre einheimische Begleiterin freigelassen. Mehrere Bewaffnete hatten die beiden Frauen Ende Februar in der Hauptstadt Sanaa verschleppt. Die Entführer hätten sie nun wieder auf freien Fuß gesetzt, teilte der Bruder der entführten Jemenitin Schirin Makawi mit.