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„Servus, pfiat Gott und auf Wiedersehen“

Als Erfinder und langjähriger Moderator der Sendung „Musikantenstadl“ hat er über 25 Jahre Millionen Zuseher begeistert und sich seinen Ruf als „Volksmusikpapst“ des deutschen Sprachraums erarbeitet. Seit seinem letzten „Servus, pfiat Gott und auf Wiedersehen“ beim Silvesterstadl 2005 war es um den nun verstorbenen Karl Moik aber ruhig geworden.

Moik wurde am 19. Juni 1938 in Linz geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen in Hallein bei Salzburg auf. Nach Abschluss seiner Schulausbildung machte er eine Lehre als Werkzeugmacher. Früh widmete er sich der Musik, lernte Klavier und Akkordeon und absolvierte 1970/1971 eine Sprechausbildung am Salzburger Mozarteum.

Bevor Moik zu seiner Berufung im „Musikantenstadl“ fand, schulte er sein Geschick als Moderator als Vertreter für Öfen, Kopiergeräte und Fernsehantennen. Daneben demonstrierte er sein Show- und Musiktalent als Mitglied des Jazz-Trios Jolly Austrians, mit dem er durch ganz Europa tingelte. In dieser Zeit versuchte er sich auch als Interpret volkstümlicher Lieder. Als Ansager bei einem Fußballspiel fiel er einem ORF-Redakteur auf, der ihn ins Studio des Senders vermittelte.

„Volkstümliche Hitparade“ als Debüt

1973 machte Moik erstmals nachhaltig auf sich aufmerksam, als er beim ORF in Linz die Rundfunksendung „Volkstümliche Hitparade“ durchsetzte und moderierte. 1980 schließlich konzipierte er für den ORF die Fernsehsendung „Musikantenstadl“, die mit Moik als Moderator ungewöhnliche Popularität gewann - in den 80er Jahren lockte die Sendung über drei Millionen Österreicher und ein Vielfaches an Deutschen vor die Fernsehschirme. Über die eigentliche Volksmusik hinaus widmete sich der „Musikantenstadl“ mehr und mehr ganz allgemein der populären Musik und ließ auch Raum für Operettenmelodien.

Max Schautzer, Carmen Nebel und Karl Moik

APA/dpa/Hubert Link

Moik im August 1991 als Komoderator der ARD-Fernsehlotterie „Die Goldene Eins“

Moiks Moderationsstil, der von seinen Gesangseinlagen sowie seinem oft derben Humor geprägt war (weil er in einer Sendung 2004 etwa Italiener als „Spaghetti-Fresser“ bezeichnete, erntete er heftige Kritik und entschuldigte sich), schien unverzichtbar für den „Stadl“.

Letzter „Stadl“ am 31. Dezember 2005

Mit Andy Borg war dennoch bereits ein Nachfolger gefunden, und am 31. Dezember 2005 hieß es für Moik nach 25 Jahren und zahlreichen Reisen um die Welt in Klagenfurt zum letzten Mal „Servus, pfiat Gott und auf Wiedersehen“. Mit einem leichten Schlaganfall im Anschluss an die letzte Sendung sorgte Moik jedoch auch nach seinem Abgang für Aufsehen. Schon 2004 hatte er einen Herzinfarkt erlitten, sich nach eigenen Angaben aber „nie in Lebensgefahr“ befunden.

Für seine Verdienste um die Kultur wurde Moik im Jahre 2003 mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Linz ausgezeichnet, außerdem wurde ihm im August 2004 der Ehrenprofessorentitel verliehen. 2004 und 2007 erhielt der Publikumsliebling jeweils eine Krone der Volksmusik. In den letzten Jahren war es still um den Vollblutshowmaster geworden. Nur noch selten trat Moik in der Öffentlichkeit auf. „Wenn ich meine Karriere Revue passieren lasse, waren 90 bis 95 Prozent eine traumhafte Zeit“, sagte Moik vor zwei Jahren. Über die weniger schönen Dinge müsse er ja nicht mehr nachdenken.

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