Blutige Geiselnahme in Hotel in Mogadischu

Bewaffnete Islamisten haben heute ein Hotel im Zentrum der somalischen Hauptstadt Mogadischu gestürmt und dabei mehrere Menschen getötet. Wie die Polizei weiter mitteilte, hielten die Kämpfer der Al-Schabab-Miliz möglicherweise mehrere Geiseln in ihrer Gewalt. „Das Hotel steht nun unter voller Kontrolle der Extremisten“, sagte ein Polizist.

Der Angriff hatte mit einer starken Bombenexplosion in der Nähe des Hoteleingangs begonnen, hieß es. Die Extremisten hätten dann das Gebäudeinnere und das Dach gestürmt. „Es ist nicht einfach für uns, ins Gebäude zu gelangen“, sagte der Polizist weiter.

AP sprach von mindestens neun Toten. Anderen Agenturberichten zufolge geht die Polizei auch davon aus, dass bei dem Anschlag auch mehrere Regierungsvertreter verletzt wurden. Ein Sprecher der Al-Schabab-Miliz bekannte sich zu dem Angriff auf das in Mogadischus Innenstadt gelegene Maka-al-Mukarama-Hotel.

Offenbar auch Regierungsvertreter gefangen

In dem von den Extremisten seien weiterhin Regierungsvertreter gefangen, berichteten Augenzeugen und die Polizei. Die Sicherheitskräfte umstellten das Gebäude, doch konnten sie es wegen heftigen Maschinengewehrfeuers nicht betreten. Ein Sprecher der Al-Schabab-Miliz sagte, dass im Inneren des Gebäudes immer noch gekämpft werde.

Die Kämpfer der radikalislamischen Miliz waren im Jahr 2011 von einer afrikanischen Friedenstruppe aus der Hauptstadt vertrieben worden, haben seitdem aber immer wieder Bombenanschläge und Angriffe verübt - mit dem Ziel, die prowestliche Regierung zu stürzen. Im vergangenen Jahr konnten auch Hochburgen der Miliz im Zentrum und Süden Somalias eingenommen werden, mehrere Al-Schabab-Führer wurden bei US-Drohnenangriffen getötet.