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Immer wieder Feuer in Asylwerberheimen

Der Brandanschlag Freitagnacht auf das geplante Tröglitzer Flüchtlingsheim in Sachsen-Anhalt ist kein Einzelfall: In den vergangenen Monaten haben in Deutschland schon zweimal so gut wie bezugsfertige Flüchtlingsunterkünfte gebrannt.

Im mittelfränkischen Vorra bei Nürnberg steckten mutmaßlich rechtsextreme Täter in der Nacht zum 12. Dezember einen umgebauten Gasthof samt Scheune sowie ein frisch renoviertes Wohnhaus in Brand. Auf ein Nebengebäude sprühten sie eine Neonazi-Parole und zwei Hakenkreuze. Ursprünglich hatten im Jänner rund 70 Flüchtlinge einziehen sollen. Nun werden die Unterkünfte saniert. Der oder die Täter sind noch nicht gefunden. Für die Aufklärung der Tat sind 20.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Beschädigtes Asylheim in Vorra (Deutschland)

Reuters/Michael Dalder

Hakenkreuzschmierereien auf geplanter Flüchtlingsunterkunft in Vorra

In Escheburg bei Lübeck brach am 9. Februar Feuer in einer Unterkunft aus, in die am nächsten Tag irakische Flüchtlinge einziehen sollten. Später gestand ein Nachbar, durch ein beschädigtes Fenster Pinselreiniger in das Gebäude gekippt und die Flüssigkeit angezündet zu haben. Er wollte verhindern, dass dort Flüchtlinge unterkommen.

Anschläge in den frühen 90er Jahren

In den frühen 1990er Jahren hatten mehrere fremdenfeindliche Brandanschläge in Deutschland weltweit für Entsetzen gesorgt. In der nordrhein-westfälischen Stadt Solingen zündeten Rechtsextreme im Mai 1993 ein von Türken bewohntes Haus an. Eine Frau sprang aus dem Fenster in den Tod, eine weitere sowie drei Mädchen im Alter von vier, neun und 13 Jahren kamen in den Flammen um.

Särge der Getöteten Asylwerber in Solingen (Deutschland)

Reuters/Juergen Schwarz

Särge mit den Leichnamen der Opfer vor dem ausgebrannten Haus in Solingen

In der schleswig-holsteinischen Stadt Mölln wurde im November 1992 das Haus von Türken in Brand gesteckt, drei Frauen starben. Im August desselben Jahres griffen rund 400 Jugendliche in Rostock-Lichtenhagen unter dem Beifall von Schaulustigen ein Asylbewerberheim an und steckten es in Brand. Nur durch viele Zufälle konnten sich alle Menschen im Haus retten.

Im Oktober 1991 zündeten Skinheads in der Gemeinde Hünxe am Niederreihn mit einem Molotow-Cocktail ein Asylbewerberheim an. Zwei libanesische Mädchen erlitten schwerste Brandverletzungen. In der sächsischen Stadt Hoyerswerda hatten einen Monat zuvor rechtsextreme Randalierer eine Asylunterkunft mit Molotow-Cocktails und Stahlkugeln attackiert. Auch die Polizei wurde angegriffen. Es gab 32 Verletzte.

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