Sänger Khaled wegen Plagiats verurteilt

Weil er für seinen Welthit „Didi“ bei einem anderen Musiker abkupferte, ist der algerische Sänger Khaled in seiner Wahlheimat Frankreich verurteilt worden.

Ein Pariser Gericht verdonnerte den 55-jährigen „König des Rai“, die Autorenrechte an dem Lied an seinen Landsmann Cheb Rabah abzutreten, wie die Anwälte der Konfliktparteien gestern Abend mitteilten. Außerdem soll Khaled, der auch mit dem Lied „Aicha“ einen internationalen Hit landete, Cheb Rabah 100.000 Euro Schadenersatz und weitere 100.000 Euro wegen Verletzung der Autorenrechte zahlen.

Das Lied „Didi“ war 1991 auf den Markt gekommen und wurde in der arabischsprachigen Welt und auch in Europa und Asien ein großer Erfolg. Gespielt wurde es auch bei der Eröffnungsfeier der Fußball-WM 2010 in Südafrika. Die Pariser Richter sahen es nun als erwiesen an, dass „Didi“ eine Kopie von Cheb Rabahs Lied „Eli Kan“ ist, das bereits 1988 erschienen war.

„Der Erfolg gründete auf einer Lüge“, sagte Cheb Rabahs Anwalt Jean-Marie Guilloux nach dem Richterspruch. Khaleds Anwältin Laurence Goldgrab kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Khaled - 1960 als Hadj-Brahim Khaled in der algerischen Stadt Oran geboren - hat im Laufe seiner Karriere Dutzende Millionen Alben verkauft. Er ist einer der bekanntesten Vertreter des algerischen Musikstils Rai.