WHO: Fast 650 Tote bei Kämpfen im Jemen

Bei dem Konflikt im Jemen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den vergangenen drei Wochen fast 650 Menschen getötet worden.

Seit dem 19. März seien zudem mehr als 2.220 Menschen bei den Kämpfen gegen die Huthi-Rebellen verletzt worden, teilte die WHO gestern mit, weitere 600.000 Menschen seien vertrieben worden. „Die humanitäre Lage ist kritisch“, teilte die WHO mit. Stromausfälle sowie akuter Wasser- und Treibstoffmangel setzten der Zivilbevölkerung zu.

Behördenvertreter sowie ein Mediziner meldeten zudem aus der Stadt Aden, dass durch Panzer- und Mörserbeschuss der Rebellen 22 Menschen getötet und über 70 weitere verletzt wurden, die meisten davon Zivilisten. Die schiitischen Huthis hätten dabei gemeinsam mit Anhängern von Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh „wahllos“ Wohnhäuser beschossen, sagte der Behördenvertreter.

Hilfslieferungen wegen Kämpfen schwierig

Ärzte ohne Grenzen gelang es unterdessen, eine medizinische Hilfslieferung im Hafen von Aden zu entladen, wie die Hilfsorganisation mitteilte. Auch ein Schiff mit Hilfsgütern und Personal des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes sei in der Hafenstadt eingetroffen, sagte ein Sprecher des arabischen Militärbündnisses in Riad. Wegen anhaltender Kämpfe sei es jedoch „schwierig“, das Material zu entladen. Zuvor hatten die USA mitgeteilt, dass die Lieferung von Waffen an Saudi-Arabien und dessen Verbündete beschleunigt worden sei.

Die Rebellengruppe der Huthis aus dem Nordjemen hatte im Jänner die Hauptstadt Sanaa vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Als sie weiter auf Aden vorrückte, floh Präsident Abd Rabbu Mansur Hadi nach Saudi-Arabien und bat dort um Hilfe. Am 26. März begann Riad daraufhin mit neun weiteren arabischen Staaten Luftangriffe auf die Rebellen und verbündete Armeeeinheiten, um deren Vormarsch auf Aden zu stoppen.