Tibeterin zündete sich aus Protest gegen China selbst an

Im Südwesten Chinas hat sich eine Tibeterin laut Medienberichten aus Protest gegen die Politik Pekings angezündet. Die 47-jährige Nonne habe am Mittwoch in einem buddhistischen Kloster in Kardze in der Provinz Sichuan gebetet und sich dann in der Nähe einer Polizeistation selbst angezündet, berichteten der US-Auslandssender Radio Free Asia (RFA) sowie die Aktivistengruppen Free Tibet und International Campaign for Tibet (ICT). Vorher habe sie Freiheit für Tibet und die Rückkehr des Dalai Lama aus dem Exil gefordert.

Wie RFA berichtete, gehen Augenzeugen davon aus, dass die Nonne die Selbstverbrennung nicht überlebt hat. Ihre Leiche sei von Sicherheitskräften weggebracht worden, so Free Tibet. Am Donnerstag sei ihre Familie von den Behörden vorgeladen worden.

Mehr als 130 Selbstverbrennungen seit 2009

Seit 2009 haben sich mehr als 130 Tibeter aus Protest gegen die chinesische Politik angezündet, wie aus einer Zählung von RFA und ICT hervorgeht. Die meisten von ihnen überlebten nicht. Die Tibeter klagen über religiöse Unterdrückung und angesichts des zunehmenden Zuzugs von Han-Chinesen über soziale Marginalisierung in ihrer Heimat. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, lebt seit einem gescheiterten Volksaufstand in Tibet 1959 im indischen Exil.