Tschechien sieht russische Motorradtour als „Provokation“

Nach Polens Ministerpräsidentin Ewa Kopacz hat nun auch der tschechische Außenminister Lubomir Zaoralek die geplante „Siegesfahrt“ des russischen Rockerclubs „Nachtwölfe“ quer durch Europa als „Provokation“ verurteilt.

Bisher habe niemand bei den tschechischen Konsulaten in Russland offiziell ein Visum für die Fahrt beantragt, sagte Zaoralek heute dem Nachrichtensender CT24. „Jeder, der zu uns kommt, muss die Gesetze der Tschechischen Republik einhalten“, so der Sozialdemokrat.

Auf den Spuren der Roten Armee

Ziel der Rallye der kremlnahen Rockergruppe ist es laut Organisatoren, auf den Spuren der Roten Armee das Andenken an diejenigen zu ehren, die im Kampf gegen den Faschismus gefallen sind.

In Polen und Tschechien werden die sowjetischen Truppen allerdings nicht nur als Befreier gesehen. Polen verlor im Zweiten Weltkrieg Teile seines Staatsgebietes an die Sowjetunion. In Tschechien schlugen sowjetische Panzer im Sommer 1968 die Demokratisierungsbewegung des „Prager Frühlings“ nieder.

Tour führt auch durch Österreich

Die „Siegesfahrt“ soll aus Russland nach Weißrussland, Polen, Tschechien, in die Slowakei, nach Österreich und schließlich nach Deutschland führen. Die Biker wollen die Fahrt am 25. April beginnen und am 9. Mai in Berlin beenden.