„Museum der Scheiße“ öffnet in Italien

Zwischen Kunst und Ökologie: In Cadelbosco nahe der norditalienischen Stadt Piacenza wird am Samstag das „Museum der Scheiße“ (Museo della merda) eingeweiht. Sitz ist ein Schloss auf einem Riesengrundstück im Besitz des Großbauern Gianantonio Locatelli, der hier 2.500 Kühe für die Produktion des bekannten Parmesan-Verschnitts Grana Padano züchtet.

In den Museumssälen, die gratis besichtigt werden können, sind Kunstwerke, wissenschaftliche Studien und Exponate aus verschiedenen Zeitaltern ausgestellt, die sich rund um das Thema Kot drehen. Zu den Attraktionen zählen Käfer aus dem alten Ägypten, die sich vom Kot pflanzenfressender Säugetiere ernähren und deshalb auch Koprophagen (Kotfresser) genannt werden. Auch Reste von Dinosaurier-Kot sind zu sehen.

Zur höheren Ehre des Kots

Das Museum befasst sich unter anderem mit wissenschaftlichen Studien in Zusammenhang mit der Nutzung von Kot als Baumaterial in der Antike und in anderen Weltteilen wie in Afrika sowie um die Entsorgungssysteme menschlicher Fäkalien in den Städten. Auch das Thema des Kots in der Kunst wird beleuchtet.

„Wir bezeugen damit, dass unser ‚Museum der Scheiße‘ eine hochwissenschaftliche Bedeutung hat. Wir wollen Kot den Wert beimessen, den er hat“, betonten die Kuratoren des Museums. Museumseigentümer Locatelli, dessen Milchkühe täglich eine Riesenmenge Kuhfladen produzieren, macht damit Riesengeschäfte. Zuletzt hat der Unternehmer begonnen, Tierdünger zur Produktion von Biogas zu verwenden. „Warum soll man Kot wegwerfen, wenn er so wertvoll eingesetzt werden kann?“, fragt Locatelli.