Norwegen zeichnet Snowden aus

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Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden ist in Norwegen „für seine Arbeit zum Schutz des Privatlebens“ ausgezeichnet worden. Der 31-Jährige, der seit seinen Enthüllungen über die geheimen Überwachungsprogramme der USA und Großbritanniens im Sommer 2013 im Exil in Russland lebt, erhielt heute den Björnson-Preis für Meinungsfreiheit zugesprochen.

Er habe das Ausmaß der Überwachung der Bürger durch ihre Staaten offengelegt, erklärte die Akademie Björnstjerne Björnson zur Begründung. Die Akademie lud Snowden ein, zur Verleihung des mit 100.000 Kronen (11.500 Euro) dotierten Preises am 5. September nach Norwegen zu kommen.

Snowden wird von den USA wegen Spionage gesucht. Die Akademie forderte daher die Regierung in Oslo auf, dafür zu garantieren, dass Snowden nicht ausgeliefert werde, sollte er sich entscheiden, nach Norwegen zu reisen. Das Justizministerium erklärte, die Entscheidung obliege der Einwanderungsbehörde, die einen Beschluss erst nach einem entsprechenden Antrag fassen werde.

Snowden für Friedensnobelpreis vorgeschlagen

Als Snowden im vergangenen Jahr den Right-Livelihood-Preis erhielt, entschied er sich, nicht nach Stockholm zur Preisvergabe zu reisen, sondern sich per Videoschaltung zu äußern. Wie bereits 2014 ist Snowden auch dieses Jahr für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, der Anfang Oktober in Oslo vergeben wird. Der 31-Jährige lebt seit dem Sommer 2013 an einem unbekannten Ort in Russland, das ihm Asyl gewährt hat.