Französische Modeschöpferin Carven 105-jährig gestorben

Die französische Modeschöpferin Marie-Louise Carven, eine der bedeutendsten Designerinnen der Nachkriegszeit, ist tot. Carven sei gestern Früh in ihrer Wohnung in Paris verstorben, sagte die Sprecherin ihrer Stiftung, Catherine Degueldre. Die zierliche Frau war bekannt für ihre Mode für kleine Frauen. Sie wurde 105 Jahre alt.

Carven hieß eigentlich Carmen de Tommaso und wurde in Westfrankreich geboren. Die Ansicht ihrer Mutter, mit einer Körpergröße von 1,55 Metern könne sie „niemals elegant“ aussehen, ignorierte sie und widmete sich einem Modestil, der auch ihre nicht so großen Kundinnen im Blick hatte. Im Jahr 1945 eröffnete sie ihr Modehaus auf den Pariser Champs-Elysees und taufte es Carven - diesen Namen gab sie sich dann auch gleich selbst.

Unmittelbar nach dem Krieg verhalf Carven damit nicht nur Frankreichs Modebranche zu internationalen Erfolgen, sondern wollte mit ihren frischen Kreationen den Frauen neuen Mut geben. Mit ihrem Ansatz, dass Mode auch für kleine Menschen tragbar und schick sein soll, traf sie einen Nerv. Erst im Jahr 1993 zog sie sich als Modeschöpferin zurück. Das Modehaus ist mittlerweile eher auf Pret-a-Porter-Mode als auf Haute Couture spezialisiert.