Italienische Designerin Micol Fontana gestorben

Die italienische Nobelschneiderin Micol Fontana ist gestern im Alter von 101 Jahren in Rom gestorben, wie italienische Medien berichteten.

Die aus Parma stammende Designerin hatte mit ihren beiden mittlerweile verstorbenen Schwestern Giovanna und Zoe Kleider für Persönlichkeiten wie Grace Kelly, Liz Taylor, Jacqueline Kennedy und Soraya angefertigt.

Drei Schwestern in einem Atelier

1904 eröffnete Amabile Fontana in einem kleinen Dorf in der Nähe Parmas eine kleine Schneiderei. Ihre drei Töchter Giovanna, Micol und Zoe erlernten schnell den Beruf der Mutter. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg, 1934, beschlossen die drei Schwestern, nach Rom zu übersiedeln, wo sie 1943 ihr erstes Atelier eröffneten.

1948 wurde die nationale Modevereinigung gegründet. In Venedig, Florenz und Rom fanden die ersten Modeschauen statt. Die Mode „Made in Italy“ war geboren und die Schwestern zählten schnell zu ihren wichtigsten Exporteuren.

Berühmt durch Brautkleid

1957 bezogen die drei Fontana-Schwestern ein Atelier in der Via San Sebastianello 6, ein paar Schritte von der Spanischen Treppe entfernt. Das kleine Geschäft wurde von Filmstars wie Joan Collins, Marilyn Monroe und Audrey Hepburn besucht. Auch die High Society, wie die Prinzessinnen des Hauses Savoyen, gingen dort aus und ein.

Berühmt geworden sind die Schwestern allerdings durch ihr Meisterwerk, ein Brautkleid für die Schauspielerin Linda Christian, das diese 1949 bei ihrer Hochzeit mit Tyron Power trug.

Noch heute sind Fontana-Brautkleider sehr beliebt bei Roms High Society. Roberta, Tochter Giovanna Fontanas, führt das Atelier weiter. Die 1994 gegründete Micol-Fontana-Stiftung fördert Talente aus Amerika, Europa und Asien. RAI produzierte zuletzt eine beliebte TV-Serie über die drei Schwestern mit dem Titel „Atelier Fontana - Die Schwestern der Mode“.