Raucher erkranken öfter an Prostatakrebs

Das Prostatakarzinom gehört zu jenen Krebserkrankungen, die bei Rauchern häufiger auftreten können. Die eigentlichen biologischen Ursachen dafür sind unklar. Den statistischen Zusammenhang erhärtet eine zusammenfassende Untersuchung bereits vorhandener Daten, die jetzt in „European Urology“ veröffentlicht wurde. Federführend daran beteiligt waren Wissenschaftler der MedUni Wien.

Die Untersuchung zeige, „dass Raucher und Ex-Raucher nach einer Entfernung der Prostata wegen eines Prostatakarzinoms gegenüber Nichtrauchern ein deutlich höheres, nämlich doppelt so hohes Risiko haben, erneut an Prostatakrebs zu erkranken“, teilte die Universität gestern in einer Aussendung mit.

Spezifische Strahlentherapie in Entwicklung

Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben einen Wirkstoff entwickelt, an den zur Diagnose oder zur Therapie von Prostatakarzinomen geeignete strahlende Substanzen angekoppelt werden können. Das Verfahren ist relativ spezifisch für die Verwendung bei Prostatakrebs, teilte das DKFZ in Heidelberg heute in einer Aussendung mit.

Die Entwicklung beruht auf PSMA, dem prostataspezifische Membran Antigen. Dieses ist auf der Oberfläche gesunder Prostatazellen vorhanden, sehr viel mehr aber auf Prostatakrebszellen. Im übrigen Körper kommt das Protein kaum vor. „PSMA ist deshalb ein ideales Zielmolekül für die Diagnostik und zugleich auch für zielgerichtete Therapien von Prostatakrebs“, sagte der DKFZ-Biotechnologe Matthias Eder.

Bei 70 Prozent wirkte Therapie

Im Universitätsklinikum Heidelberg hat das Team um den Nuklearmediziner Uwe Haberkorn im Rahmen individueller Heilversuche bereits Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs mit radioaktiv markiertem PSMA behandelt. Nach der Therapie sank bei etwa 70 Prozent der Patienten der Prostatakrebsmarker PSA stark.